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Aktuelles (Pressemitteilungen)

Psychosomatik auf neuen Wegen

14.11.2017

Einladung zum Jubiläums-Fachsymposium

Herborn, 14. November 2017 / Die Vitos Klinik für Psychosomatik feiert fünfjähriges Bestehen. Zu diesem Anlass lädt sie zu einem Fachsymposium am Mittwoch, dem 22. November,  um 16:00 Uhr, in den Festsaal von Vitos Herborn ein.

Professor Dr. Johannes Kruse vom Universitätsklinikum Gießen und Marburg referiert zu „Psychosomatik auf neuen Wegen zur Behandlung somatoformer Störungen“. Die Klinikdirektorin der Vitos-Klinik für Psychosomatik  stellt das Behandlungskonzept vor. In einer  Ausstellung zeigen Patientinnen und Patienten ihre kunsttherapeutischen Arbeiten.

 Ab 14:00 Uhr sind alle Gäste eingeladen, sich in der psychosomatischen Klinik umzuschauen. In beiden Klinikgebäuden (Haus 2 und Haus 10 auf dem Gelände von Vitos Herborn) kann man sich durch die Räumlichkeiten führen lassen und bei einem Kaffee oder Tee über die konzeptionelle Arbeit informieren. Vor und nach der Veranstaltung ist eine Ausstellung von Bildern der Patienten der Kunsttherapie im Wintergarten (Festsaal) zu sehen.

Der Fachvortrag von Prof. Dr. Johannes Kruse, Ärztlicher Direktor der Kliniken für Psychosomatik und Psychotherapie des Universitätsklinikum Gießen und Marburg, widmet sich seinem Forschungsschwerpunkt, den somatoformen Störungen. Der Begriff wird für eine Gruppe von verschiedenen psychischen Erkrankungen verwendet. Ein wesentliches Merkmal sind  körperliche Beschwerden, für die es keine ausreichend erklärende körperliche Ursache gibt.

Die Veranstaltung ist offen für alle Interessierte und kostenlos. Die Zertifizierung des Symposiums ist bei der Landesärztekammer Hessen beantragt.

Um Anmeldung zum Fachsymposium wird gebeten unter Tel. 02772 – 504 – 13 12 oder per E-Mail an psychosomatik(at)vitos-herborn.de.

Hintergrund:

2012 nahm die Klinik für Psychosomatik und Psychotherapie die ersten Patienten auf.  Hier werden Patienten behandelt, bei denen aufgrund komplexer psychischer und psychosomatischer Leiden eine akute psycho-therapeutisch-psychosomatische Behandlung indiziert ist. Das Fachgebiet der Psychosomatik etabliert sich seitdem als notwendige Ergänzung der psychosozialen Versorgung im Gesundheitssystem des Lahn-Dill-Kreises. Viele Patienten konnten auf ihrem Weg der Besserung und Remission im multimodalen und transdiagnostischen Setting begleitet werden.

Zu den bestehenden 20 Betten in Haus 10 erweiterte die Klinik im August 2017 ihre Kapazitäten um weitere 20 vollstationäre Betten. Diese sind im zeitgemäß renovierten Haus 2 untergebracht. Während der Behandlungsfokus im Haus 10 auf die Patienten gerichtet ist, die unter somatoformen Störungen leiden, die sich meist als funktionelle oder Schmerzstörungen darstellen, soll sich Haus 2 zu einer Station mit dem Behandlungsschwerpunkt „Reifungskrisen – Adoleszentenkrisen bis zum 30 Lebensjahr“ entwickeln.

Das medizinische Fachgebiet der Psychosomatischen Medizin befasst sich in Forschung und Therapie mit den Zusammenhängen zwischen psychischen und körperlichen Vorgängen. Daher werden körperliche Erkrankungen hier stets auch im psychischen und sozialen Zusammenhang betrachtet. Dies ist keine Einbahnstraße, da körperliche Erkrankungen unsere Psyche ebenso beeinflussen wie psychische Erkrankungen unser körperliches Wohlsein. Auch soziale Faktoren (Familie, Beruf, Freunde, Interessen) haben dabei einen großen Stellenwert. Sie können einerseits Sicherheit geben, andererseits aber auch stark verunsichern. Kritisch wird es, wenn die Psyche mit den sozialen Belastungen nicht mehr klarkommt.

In der Klinik finden Menschen Hilfe, die

- unter körperlichen Krankheitssymptomen leiden, obwohl eine körperliche Erkrankung in gründlichen Voruntersuchungen ausgeschlossen wurde oder den Umfang der Beschwerden nicht ausreichend erklären kann

- psychisch erkrankt sind (beispielsweise Angsterkrankungen, Depressionen) und eine körperliche Begleitsymptomatik aufweisen

- psychische Beschwerden zeigen, die von einer belastenden körperlichen Grunderkrankung oder durch andere traumatisierende Erfahrungen ausgelöst werden

Die Patienten werden mit intensiver Psychotherapie in Einzel- und Gruppensitzungen, mit Spezialtherapien wie Kunst-, Musik- und Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, Achtsamkeitsübungen und körperlicher Aktivierung behandelt.