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22. Oktober 2025
 12min

Ausbildung in der Heilerziehungspflege

Marceline berichtet von ihren Erfahrungen

Zwei Frauen und ein Blumenstrauß© Vitos
Marceline mit ihrer Praxisanleiterin

Unsere Kollegin Marceline hat ihre Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin in der HTI (Heilpädagogisch-Therapeutische Intensivgruppe) in Riedstadt absolviert. Hier hat sie mit großem Engagement Menschen mit besonderem Betreuungsbedarf begleitet. Anlässlich ihres erfolgreichen Abschlusses haben wir mit ihr Resumee gezogen.

Was waren für Dich die größten Herausfordrungen im heilpädagogisch-therapeutischen Intensivbereich?

Gefordert hat mich vor allem die Arbeit mit Menschen mit herausfordernden Verhaltensweisen. In schwierigen Situationen ruhig zu bleiben und richtig zu handeln, war nicht immer leicht. Ich konnte aber auch erfahren, wie viel Vertrauen und Geduld verändern können. Hinter jedem Verhalten steht eine Geschichte, die verdient, gehört zu werden. Das hat mich nicht nur fachlich, sondern auch menschlich sehr geprägt.

Was hast Du als besonders positiv in Erinnerung?

Das Gefühl, wirklich Teil des Teams zu sein. Ich habe viel Wertschätzung erfahren. Es gab auch viele Momente mit den Bewohner/-innen, die mich berührt haben. Zum Beispiel gemeinsam zu lachen, zu singen, Ausflüge zu machen oder sich einfach mit einem Eis auf der Terrasse zu sonnen – Momente der Ruhe und des gegenseitigen Vertrauens.

Was sollte man mitbringen, wenn man eine Ausbildung in diesem Bereich anstrebt?

Freude an der Arbeit im Team ist super wichtig. Gleichzeitig natürlich auch das Arbeiten mit und am Menschen. Man sollte keine Berührungsängste haben, offen für Neues und darin auch engagiert sein und mit Rückschlägen umgehen können.

Welche Erfahrungen waren für Dich besonders prägend?

Ich habe viele pädagogische Konzepte kennengelernt. Was anfangs nach Theorie klang, erwachte in der Begegnung mit den Bewohner/-innen zum Leben. Ich durfte erfahren, wie individuell Kommunikation sein kann, manchmal ganz ohne Worte. Besonders bewegt hat mich, wie viel verborgenes Potenzial sichtbar wird, wenn man sich wirklich auf den Menschen und seine Bedürfnisse einlässt.

Wie bist Du mit Stress und belastenden Situationen umgegangen?

Ich wurde über die drei Jahre eng von meiner Praxisanleiterin begleitet. Mit ihr konnte ich immer über alles sprechen – egal, ob beruflich oder privat. In diesem geschützten Rahmen durfte ich fluchen, weinen oder mich freuen und Erfolge mit ihr feiern. Ansonsten gab es auch in der Berufsfachschule immer wieder Möglichkeiten, über schwierige Ereignisse zu sprechen.

Wie hast Du mit den anderen Fachkräften im Team zusammengearbeitet?

Bei der Arbeit in einem Team bleibt es nicht aus, dass man – sowohl fachlich als auch privat – mal aneinandergerät. Klar gab es da auch mal schwierige Momente. Letztendlich konnten wir uns aber zu jeder Zeit aufeinander verlassen und ich bekam immer Unterstützung, wenn ich sie brauchte. Ich wurde intensiv gefördert und durfte über die Jahre immer mehr Verantwortung übernehmen.

Was sind Deine beruflichen Ziele im Anschluss an die Ausbildung?

Ich werde mir Zeit nehmen, um in meine neue Rolle als Fachkraft hineinzuwachsen und dazu weiter in einer Wohngruppe arbeiten. Perspektivisch plane ich, im kommenden Jahr ein Studium der Heilpädagogik zu beginnen. Besonders interessiert mich die Arbeit mit Menschen mit Autismus-Spektrum-Störung, in diesem Bereich möchte ich mich weiter spezialisieren. Das Studium sehe ich dazu als meinen nächsten Schritt.

 

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