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08. Juli 2026
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Mein Weg nach Deutschland

Zwischen Trennung und Neuanfang: Wie Shaharas in Deutschland ein neues Zuhause für ihre Familie geschaffen hat

Vor zwei Jahren kam Shaharas aus Indien nach Deutschland, um in der Pflege zu arbeiten. Der größte Wunsch reiste immer mit: ihre Familie nachzuholen. Heute lebt sie mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Herborn – und erzählt, was es bedeutet, über Distanz hinweg zusammenzuhalten und ein neues Zuhause zu schaffen.

Als ich die Zusage für das Programm bekommen habe und mit den Vorbereitungskursen begonnen habe, war für mich sofort klar: Meine Familie wird mir nach Deutschland folgen. Dieses Ziel war mein größter Antrieb. Wir haben von Anfang an gemeinsam darauf hingearbeitet und alle notwendigen Schritte in die Wege geleitet, damit es klappt.

Den Antrag haben wir im September gestellt. Weil Weihnachten und Silvester in die Bearbeitungszeit fielen, hat es etwas länger gedauert. Aber insgesamt lief alles gut. Wir standen immer in Kontakt mit den zuständigen Stellen, wenn noch Unterlagen gefehlt haben. Am Ende hat alles funktioniert – und das war für uns das Wichtigste.

Trotzdem war die Zeit der Trennung schwer. Es war eine große Belastung für uns, so lange nicht zusammen zu sein. Wir haben uns sehr vermisst. Aber wir haben jeden Tag miteinander gesprochen – über WhatsApp und per Videoanruf. Das hat uns geholfen, uns trotz der Entfernung nah zu fühlen, bis wir uns endlich wiedersehen konnten.

Während mein Mann und meine Tochter noch in Indien waren, habe ich hier alles vorbereitet. Ich habe unsere Wohnung eingerichtet und organisiert, damit sie sich sofort wohlfühlen können. Im Januar habe ich dann zwei Wochen Urlaub genommen und bin nach Indien geflogen, um sie persönlich abzuholen. Es war mir wichtig, dass wir gemeinsam nach Deutschland reisen.

Als wir dann hier am Flughafen angekommen sind, war das ein ganz besonderer Moment. Natürlich hatten wir uns schon in Indien in die Arme geschlossen, aber diese Ankunft hatte eine andere Bedeutung. In diesem Moment wusste ich: Jetzt beginnt unser gemeinsames Leben hier. Es war ein wunderschönes Gefühl und eine große Erleichterung. Wir waren einfach nur glücklich, dass wir den langen Weg geschafft haben.

Ein neues Leben zwischen Alltag und Vertrautem

Die ersten Tage in Deutschland waren für uns alle besonders. Es war sehr kalt, das war ungewohnt. Aber wir haben uns schnell eingelebt. Für meine Tochter war alles neu – vor allem der Schnee. Sie hat zum ersten Mal in ihrem Leben Schnee gesehen und den ganzen Tag darin gespielt. Das war ein ganz besonderer Moment.

Inzwischen sind wir gut angekommen. Meine Tochter geht hier zur Schule und ist sehr glücklich. Ihr gefällt die neue Umgebung und auch das Schulsystem sehr. Mein Mann wartet gerade auf seinen Sprachkurs. Und ich bin vor allem einfach dankbar, dass wir jetzt zusammen sind.

Natürlich vermissen wir unsere Familie in Indien – unsere Eltern und Verwandten. Aber wir telefonieren jeden Tag und bleiben in engem Kontakt. Unsere Familien freuen sich sehr für uns.

Viele sagen, dass ihnen ihr Essen aus der Heimat in Deutschland fehlt. Mir geht es nicht so. Ich koche selbst für meine Familie, fast alles frisch, genauso wie in Indien. So fühlt es sich für uns auch hier wie Zuhause an.

Außerdem feiern wir unsere Feste weiterhin – gemeinsam mit unseren Freunden. Das ist uns sehr wichtig.

Für mich ist dieser Weg mehr als nur ein Neuanfang in einem anderen Land. Es ist das Gefühl, angekommen zu sein – nicht nur in Deutschland, sondern als Familie.

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