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18. März 2026
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Sabbatical: Eine Pause mit Wirkung

Vitos Mitarbeiterin Alexandra Frankenbach über ihre berufliche Auszeit

Bei Vitos sprechen wir täglich über psychische Gesundheit, Resilienz und Achtsamkeit. Manchmal braucht es Abstand, um Kraft zu tanken, neue Perspektiven zu gewinnen oder einen lang gehegten Wunsch umzusetzen. Ein Sabbatical bietet dafür eine Möglichkeit – und stärkt zugleich Gesundheit, Motivation und Bindung. In diesem Beitrag berichtet Vitos Mitarbeiterin Alexandra Frankenbach von ihrem Sabbatical. Kira Maas, Personalleiterin von Vitos Service, erklärt ergänzend, worauf Mitarbeitende achten sollten, wenn sie eine berufliche Auszeit planen.

Die Idee zu einem Sabbatical kam nicht von Alexandra selbst. Ihr Mann hatte einen Artikel im Mitarbeitermagazin von Vitos Service gelesen – und war sofort Feuer und Flamme. Alexandra dagegen schwankte: Was bedeutet das für meine Kolleginnen und Kollegen? Was für mich finanziell? Für meinen Alltag?

Doch je länger sie darüber nachdachte, desto klarer wurde: Der Moment war genau jetzt. Ihr Mann stand kurz vor der Rente, und die Idee zu einer langen gemeinsamen Reise im Wohnmobil ließ sie nicht mehr los.

Bevor es losgehen konnte, musste allerdings viel geklärt werden: Vertretung, Finanzierung, Dauer. „Es kostet Mut, so eine Entscheidung zu treffen“, sagt sie rückblickend. Doch im Austausch mit ihrer Führungskraft und dem Personalmanagement fanden sich Lösungen – und Alexandra entschied sich für ein dreimonatiges Sabbatical.

Die Ansparphase: Ein Jahr finanzielle Vorbereitung

Als Vollzeitkraft reduzierte sie für ein Jahr ihr Gehalt um rund 20 Prozent, arbeitete aber weiterhin voll. Das angesparte Gehalt wurde ihr dann während der dreimonatigen Auszeit ausgezahlt.

Ein zentraler Punkt war auch die Vertretung für Alexandra, die als Objektleiterin für Vitos Service tätig ist. Ihre Stellvertretung, Simone Strauch-Azimi, erklärte sich bereit, während Alexandras Sabbatical die Verantwortung für die rund 30 Mitarbeitenden in Idstein zu übernehmen. „Ohne ihre Unterstützung hätte ich das nicht machen können“, sagt Alexandra.

Ein Ehepaar auf Reisen© Vitos

Gemeinsam auf Reisen: Alexandra und ihr Mann

© Vitos

Immer mit an Bord: Die Hauskatzen Josie und Junie

11.350 Kilometer Freiheit

Im Mai 2025 war es endlich so weit. Alexandra, ihr Mann und die beiden Hauskatzen Josie und Junie starteten die Reise in ihrem Wohnmobil, das sie liebevoll „die Queen“ getauft haben. Los ging es ohne detaillierten Plan, aber mit viel Vorfreude.

Ihre Route führte sie durch Polen, Litauen, Lettland, Estland, Finnland, Norwegen, Schweden und Dänemark. Was sie unterwegs fanden? – Unendliche Naturerlebnisse. Begegnungen mit offenen, herzlichen Menschen. Und vor allem: Zeit.

„Es war eine unvergessliche Reise, von der wir ewig zehren werden“, erzählt sie. Abenteuer und Erholung hielten sich dabei die Waage. Und mit der Distanz wuchs ein klarerer Blick auf das eigene Leben – und auf die Bedeutung einer bewussten Pause.

Leiterin des Bereichs Personal bei Vitos Service© Vitos
Kira Maas, Personalleitung Vitos Service

Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben

Vitos denkt Vereinbarkeit ganzheitlich: Mitarbeitende sollen in allen Lebensphasen berufliche und familiäre Aufgaben miteinander in Einklang bringen können. Und auch mit Blick auf die Gesundheit der Mitarbeitenden ist eine gute Balance zwischen Job und Privatleben wichtig. Deshalb ermöglicht das Unternehmen familienbedingte Auszeiten und Sabbaticals. Kira Maas, Personalleiterin von Vitos Service, beantwortet hier die wichtigsten Fragen rund um das Sabbatical-Modell bei Vitos.

Was genau ist ein Sabbatical?

Kira Maas: Ein Sabbatical ist eine geplante, bezahlte Freistellung über einen festgelegten Zeitraum. Die Dauer kann individuell vereinbart werden – meist zwischen drei und zwölf Monaten. Wofür die Auszeit genutzt wird, entscheidet jede bzw. jeder selbst: Reisen, Weiterbildung, Familie oder persönliche Projekte.

Welche Sabbatical-Modelle gibt es bei Vitos?

Maas: Es gibt drei verschiedene Modelle, mit denen man Zeit oder Gehalt für ein Sabbatical ansparen kann. Beim ersten Modell wird eine Vollzeitstelle für zwei Jahre offiziell auf 75 Prozent reduziert. Tatsächlich arbeitet man jedoch in den ersten 18 Monaten weiterhin Vollzeit. Der „angesparte“ Anteil von 25 Prozent wird für die spätere Auszeit zurückgelegt. Anschließend kann man für sechs Monate in das Sabbatical gehen und erhält in dieser Zeit 75 Prozent des Gehalts.

Beim zweiten Modell erhöht man als Teilzeitkraft vorübergehend die Arbeitszeit, zum Beispiel von 15 auf 20 Stunden pro Woche – und das für drei Jahre. Durch die zusätzlichen Stunden wird Zeit beziehungsweise Gehalt für die Freistellung angespart. Danach kann man für zwölf Monate in die Auszeit gehen und erhält weiterhin das Gehalt auf Basis der ursprünglichen 15 Wochenstunden.

Das dritte Modell funktioniert in zwei Schritten: Zunächst wird die Arbeitszeit für ein Jahr offiziell von 100 Prozent auf 75 Prozent reduziert, man arbeitet in dieser Zeit aber weiterhin Vollzeit. Danach wird die Arbeitszeit auf 50 Prozent abgesenkt – und diese sechs Monate entsprechen der eigentlichen Freistellungsphase. Während dieser Zeit erhält man ein Gehalt in Höhe von 50 Prozent.

Wie beantragt man ein Sabbatical?

Maas: Die Beantragung des Sabbaticals erfolgt immer schriftlich. Wenn mit der Führungskraft alles geklärt ist, stellt man diesen Antrag bei der Personalabteilung. Sollte es keine Gründe für eine Ablehnung geben, bereitet das Personalmanagement alles für das Sabbatical vor und sendet dem Beschäftigten die Vertragsunterlagen per Post zu.

Wie finde ich das richtige Modell für mich?

Maas: Das hängt von der persönlichen Lebenssituation ab. Wichtig ist vor allem, dass das Arbeitsverhältnis während des Sabbaticals weiterhin sozialversicherungspflichtig bleibt. Außerdem empfehle ich allen Mitarbeitenden, sich im Vorfeld gut über die finanziellen Auswirkungen zu informieren. Am besten spricht man einmal mit einer Steuerberatung oder direkt mit der Rentenkasse. So lässt sich einschätzen, wie sich die gewählte Ansparphase auf das eigene Einkommen und die spätere Rente auswirken kann.

Rückkehr aus dem Sabbatical – was passiert danach?

Maas: Nach dem Sabbatical kehren Beschäftigte auf ihren alten Arbeitsplatz zurück. Falls dieser nicht mehr existiert, haben sie Anspruch auf eine gleichwertige Position.

Mehr Infos zum Sabbatical bei Vitos gibt es hier

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