© Vitos HerbornHerborn, 16. April 2026 / Das Kunst-Kooperationsprojekt mit der Alanus Hochschule jährte sich dieses Jahr zum 21. Mal. Im Vorfeld hatten die Studierenden verschiedene Konzepte entwickelt, die sie nun in vier Tagen mit den Kindern und Jugendlichen der Klinik umsetzten.
Für die Fünf- bis Elfjährigen stand die spielerische Gestaltung von Krafttieren im Mittelpunkt. Jedes Kind durfte sein eigenes Krafttier gestalten, dazu gab es passende Geschichten und Spiele. Die Gruppe 10- bis 13-Jährigen arbeitete im Projekt „Das farbige Wunderwesen - vom Seelenbild zum Stoffwesen.“ Stoffe wurden gefärbt und vernäht und schließlich in einem bunten Gesamtobjekt in einer Rauminstallation präsentiert.
In der Projektgruppe ‚Naturmobile‘ arbeiteten die Jugendlichen (13 – 18 Jahre) mit Stöcken, Steinen, Muscheln, Blätter und Wolle (die dann zu einem großen Mobile zusammengefügt wurden.), während eine weitere Gruppe Jugendlicher (15 – 18 Jahre) individuelle, filigrane Kokongleiche Objekte aus Draht, Papier, Farben und Textil herstellte und für die Ausstellung in den Bäumen platzierte. Bei der Abschlussausstellung präsentierten die Teilnehmenden ihre Kunstwerke stolz den Mitarbeitenden der Klinik.
„Die Projektwoche vergeht – wie jedes Jahr – viel zu schnell“, sagt Indra Henn, Kunsttherapeutin in der Klinik und Lehrende der Alanus Hochschule. „Es ist berührend zu sehen, mit welchem Eifer alle dabei sind und welche stärkende Kraft sich durch künstlerisches Tun bei psychisch erkrankten jungen Menschen entfalten kann.“
Klinikdirektor Dr. Christoph Andreis freute sich darüber, dass das bewährte Kunstprojekt mit der Alanus Hochschule diesmal wieder stattfinden konnte. „Das Finanzierungssystem unserer Krankenkassen unterstützt derartige wichtige Vorhaben leider nicht ausreichend“, erklärt er. „Die Studierenden müssen während der Woche verpflegt, in Hotels untergebracht und Bastelutensilien besorgt werden. Da können um die 5000 Euro zusammenkommen. Umso glücklicher sind wir, wenn wir auf regelmäßige Spenden bauen können.“
Die Kooperation der Klinik mit der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft Alfter nahm schon 2005 ihren Anfang. Alljährlich in der Ferienwoche nach Ostern führen seitdem Studierende des Masterstudiengangs „Kunsttherapie“ gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen ein einwöchiges Kunstprojekt durch. Die Idee dazu entwickelten Prof. em. Dr. Dagmar Wohler von der Alanus Hochschule und Prof. Dr. Matthias Wildermuth, ehemaliger Klinikdirektor der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Herborn.
Die Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Herborn ist eine Fachklinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Sie bietet stationäre, stationsäquivalente, tagesklinische sowie ambulante Behandlungen für Kinder bis zum Erreichen der Volljährigkeit an. Die Schwerpunkte der Klinik sind z.B. emotionale, hyperkinetische oder neurotische Störungen, Identitätskrisen, Störungen des Sozialverhaltens sowie Beziehungs- und Bindungsstörungen und Psychosen.




