© Vitos Herborn„Die Repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist eine nahezu schmerzfreie, gut verträgliche und wissenschaftlich gut belegte Ergänzung bzw. Alternative zur medikamentösen Therapie bei Depressionen, Schizophrenie und weiteren psychischen Erkrankungen,“ erklärt Klinikdirektorin Dr. Stefanie von Rosen. Die Behandlung erfolge durch gezielte magnetische Stimulation verschiedener Hirnregionen und sei seit 2020 als Kassenleistung für stationäre und teilstationäre Behandlungen anerkannt. Die rTMS nutze elektromagnetische Induktion, um neuronale Netzwerke und damit die Symptomatik zu beeinflussen.
Oberarzt Dr. Lars Bretz erklärt, was bei der Anwendung dieser Magnetstimulation passiert: „Es werden sehr kurze Magnetimpulse über eine präzise platzierte Spule am Kopf abgegeben. Das erzeugt ein Magnetfeld, das die neuronalen Stromflüsse im Gehirn moduliert und gezielt bestimmte Hirnregionen anregt oder beruhigt.“ Die erste Behandlung dauere zwischen 45 und 60 Minuten, danach verkürzten sich die folgenden Sitzungen auf 3 bis 10 Minuten pro Termin. Insgesamt umfasse eine Behandlung 20 – 30 Sitzungen. „Ich freue mich sehr, dass wir mit der rTMS unseren Patientinnen und Patienten mit einer therapieresistenten Depression eine weitere Behandlungsmöglichkeit anbieten können.“
Erfahrungen mit rTMS haben gezeigt, dass die nicht-invasive und nahezu schmerzfreie Anwendung kaum Nebenwirkungen aufweist und insbesondere bei therapieresistenten Depressionen gut und schnell anschlägt. Bereits nach 10-15 Sitzungen ist eine Besserung der Symptome feststellbar. Damit stellt die Therapie eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zur medikamentösen Therapie dar.
Zu den wenigen Nebenwirkungen zählen leichte Kopfschmerzen und eine empfindliche Kopfhaut im Stimulationsgebiet. In sehr seltenen Fällen können Krampfanfälle auftreten.
Zugang und Kosten
Seit 2020 ist rTMS eine Kassenleistung für stationäre und teilstationäre Behandlungen. Die ambulante Abrechnung ist aktuell noch nicht möglich, daher ist eine ambulante Behandlung nur als individuelle Gesundheitsleistung (IGeL) für Selbstzahler/-innen möglich. Private Krankenkassen übernehmen in der Regel die Kosten.
Hintergrund
Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Herborn behandelt das gesamte Spektrum psychiatrischer Krankheitsbilder. Sie beherbergt acht Stationen mit multiprofessionell ausgerichteten Behandlungsschwerpunkten. Zur Klinik gehören drei Ambulanzen an den Standorten Herborn, Haiger und Wetzlar sowie zwei Tageskliniken an den Standorten Herborn und Wetzlar. Mit dem Angebot "Vitos Behandlung Zuhause Herborn" bietet die Klinik eine stationsäquivalente Behandlung an, um Patienten und Patientinnen im häuslichen Rahmen professionell zu behandeln.