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Teletherapie (Telemedizinisches Konzept Psychiatrie und Psychotherapie)

Innovatives Therapiekonzept am Bildschirm

Was steckt eigentlich hinter dem Konzept der Teletherapie, das eigens am Vitos Klinikum Gießen-Marburg entwickelt wurde? Der Ärztliche Direktor, Prof. Dr. Michael Franz, erläutert die Hintergründe.

Was kann man sich unter „Teletherapie“ vorstellen?

Prof. Dr. Michael Franz: Die Teletherapie bietet die Möglichkeit, Patienten virtuell zu behandeln. Die Therapieangebote, Abläufe und die Kontaktgestaltung sind angelehnt an die auf einer realen Station – nur eben mithilfe von Telefon oder Videoschaltung. Daran können mehrere Personen teilnehmen, sodass auch Visiten und Besprechungen bis hin zu kleinen Gruppenangeboten möglich sind. Demnächst wollen wir Ergo- und Bewegungstherapie mit kleinen Videoclips vorhalten, eine Online-Skills-Gruppe ist in Planung und vieles mehr. Einen physischen Kontakt gibt es in der Regel nur einmal im Rahmen der Aufnahme, da hier auch eine körperliche Untersuchung zum Procedere gehört.

Wie läuft eine Woche in der Teletherapie für Patienten ab?

Sie haben als Patient täglich morgens einen Kontakt mit der Pflege, zudem einzeln oder in kleinerer Gruppe eine Morgenrunde zum Sammeln von Anliegen. Dazu zurzeit täglich ein Einzelgespräch mit ihrem Behandler, einem Psychologen oder Arzt sowie Bezugspflegegespräche. Es finden einmal pro Woche eine Oberarztvisite und einmal eine ärztliche Visite statt. Außerdem stellt sich der Sozialdienst bei jedem Patienten vor und bietet Unterstützung an. Wie gesagt: Das Angebot wird Schritt für Schritt ausgebaut. Es ist angelehnt an den Ansatz des „Blended Care“ (Integration von Online-Interventionen in die reguläre Psychotherapie), der zurzeit als Goldstandard gilt. Daher gibt es initial bei der Aufnahme einen direkten Kontakt mit einem Behandler, der auch zur Erhebung der körperlichen Befunde dient.

Welche technische Ausstattung brauchen die Patienten, um daran teilzunehmen? Reicht ein Smartphone?

Die Mindestvoraussetzung ist ein funktionierendes Telefon. Damit können wir schon sehr viel erreichen. Ideal ist natürlich ein Endgerät mit Kamera und Mikrofon für eine Verbindung mit Bild und Ton, wie beispielsweise beim Programm ClickDoc. Hier sehen sich der Patient und mehrere Behandler, zum Beispiel bei einer Visite. Sie können Dokumente hochladen, austauschen oder zusammen betrachten – etwa ein therapeutisches Wochenprotokoll. Es gibt sogar ein virtuelles Wartezimmer. Wir wollen in der Psychiatrie aber auch Patienten erreichen, die nicht diese technische Ausstattung vorhalten können. Daher arbeiten wir auch mit normalen Telefongesprächen. Der telefonische Kontakt ist nicht zu unterschätzen. In der Behandlung von Borderline-Patienten nutzen wir in akuten Krisen schon lange Telefon-Coachings, die sich als sehr wirksam erwiesen haben.

Für wen ist die Teletherapie geeignet?

Es kommt prinzipiell eher auf die Zuverlässigkeit und Absprachefähigkeit eines Patienten an als auf seine Diagnose. Allerdings liegt in der Natur der Sache, dass Erkrankungen, die mehr sprachlich-therapeutisch beeinflussbar sind, mehr profitieren als solche, die eher einen strukturierten Rahmen und Kurzkontakten benötigen. Gut behandelbar sind demnach in der Regel Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Borderline-Störungen, Traumafolgestörungen, Persönlichkeits- und somatoforme Störungen.

Ausgeschlossen sind natürlich Patienten mit akuter Fremd- und Selbstgefährdung oder Suizidalität. Ebenso gibt es Grenzen bei Themen wie akuter Entgiftung oder dissozialen Störungen. Es muss immer auch individuell beurteilt werden, ob die Teletherapie für einen Patienten das Mittel der Wahl ist oder nicht.

Sie haben Interesse an einer Aufnahme in die Teletherapie? Gerne besprechen wir mit Ihnen gemeinsam, ob diese Form der Therapie für Sie der richtige Weg ist. 

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Zentrales Aufnahmemanagement Vitos Gießen

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