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An der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Gießen gibt es zwei ambulante Skillsgruppen. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Borderline-Patienten, die aktuell eine ambulante Verhaltenstherapie bei einer niedergelassenen Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten durchlaufen.

Das Foto zeigt das Team der ambulanten Skillsgruppen in Gießen mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Michael Franz (rechts).

Das Team der ambulanten Skillsgruppen in Gießen mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Michael Franz (rechts).

Weitere Informationen zum ambulanten Skillstraining

Was ist Skillstraining?

Skills sind Fertigkeiten, die Patientinnen und Patienten unterstützen, in Situationen mit starker Anspannung einen möglichst positiven Outcome zu bekommen, ohne sich dabei langfristig zu schaden. Ein Skill kann dabei alles sein, was einem nützt – ob eine Pro-Contra-Liste beim Treffen einer Entscheidung, ein Spaziergang an der frischen Luft zur Regulation von Anspannung oder ein wohltuender Duft zur Selbstfürsorge.

Mit einer Einschränkung: Skills sollten kurzfristig wirken, langfristig aber nicht schädlich für die Gesundheit sein. Die Zigarette gehört also nicht dazu – ebenso wenig wie selbstverletzendes Verhalten, das vor allem Borderline-Patienten bei emotionaler Hochspannung häufig als Ventil nutzen.

Skills sind immer individuell, genau wie die Menschen und ihre psychischen Störungen. Was dem einen hilft, kann bei einem anderen wirkungslos sein. Die Kunst ist es, sich selbst und seine Gefühle wahr- und anzunehmen sowie dann die passenden Skills für Krisensituationen zu finden. Deshalb ist die Basis für eine wirksame Anwendung von Skills die Achtsamkeit. Nur wer wahrnimmt, dass seine Anspannung steigt, kann etwas dagegen tun.

Achtsam zu sein und Strategien für den Umgang mit der eigenen Anspannung zu finden, lernen die Patientinnen und Patienten in der stationären Therapie oder auch ambulant beim Skillstraining. Hier werden verschiedene Skills vorgestellt beziehungsweise erarbeitet. Auf welches Skill die Wahl am Ende fällt – das entscheidet jeder für sich selbst.

Wie läuft eine ambulante Skillsgruppe ab?

Wir starten die Gruppe stets mit einer gemeinsamen Achtsamkeitsübung. Danach erarbeiten wir – teils mit praktischen Übungen – gemeinsam neue Skills und sprechen über ihre Anwendung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erproben die neuen Skills im Alltag und berichten über ihre Erfahrungen damit. Alle Mitglieder – auch die Gruppenleiterinnen und -leiter, tauschen sich auf Augenhöhe aus.

Wir behandeln in der Gruppe fünf Schwerpunkte (Module): Achtsamkeit, Stresstoleranz, Umgang mit Gefühlen, zwischenmenschliche Fertigkeiten und Selbstwert. Der Neueinstieg ist immer zu Beginn eines neuen Moduls möglich. Um alle Module durchlaufen zu können, ist die Teilnahme über etwa ein Jahr sinnvoll.

Welche Skillsgruppen gibt es und wie kann ich teilnehmen?

An unseren Kliniken ist das Skillstraining in der Gruppe ein wichtiger Bestandteil der stationären Therapie. Darüber hinaus gibt es am Standort Gießen (Licher Straße 106) zwei ambulante Skillsgruppen. Sie finden montags bzw. dienstags von 16 bis 18 Uhr statt und bieten jeweils acht Plätze.

Teilnehmen können Menschen mit einer Borderline-Störung, die sich aktuell in einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung (Verhaltenstherapie) befinden. In einem Vorgespräch klären wir, ob unser Angebot zu Ihnen passt. Für die Teilnahme benötigen wir eine Überweisung Ihres Behandlers und Ihre Krankenkassenkarte.

Rufen Sie uns an und vereinbaren Sie einen Termin für ein Vorgespräch: Tel. 0641 – 403 414

Mehr Infos zur Borderline-Persönlichkeitsstörung und unserem stationären DBT-Programm in Gießen.

Buchtipp zum Thema Borderline-Persönlichkeitsstörungen

... für Fachpersonal und all jene, die an der Behandlung der Borderline-Störung von der Krise bis zum Therapieprogramm interessiert sind:

Michael Franz, Sara Lucke: „Borderline-Störung. Krisenintervention und störungsspezifische Behandlung“, Hogrefe, 2020

Mehr zum Inhalt

Bei Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) kommt es in Krisensituationen oft zu Hochrisikoverhaltensweisen, zu schweren Selbstverletzungen und Suizidversuchen. Die Patienten sind in solchen Situationen vielfach nicht dazu fähig, an einer störungsspezifischen Therapie wie der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) teilzunehmen. Zudem fehlen häufig geeignete ambulante Versorgungsstrukturen. In der Folge nehmen Betroffene verstärkt Notaufnahmen, unspezifische Kriseninterventionsangebote und die stationäre psychiatrische Versorgung in Anspruch.

Der Band stellt ein erprobtes Versorgungskonzept für Patienten vor, die noch nicht die Fähigkeit und das Commitment aufweisen, eine strukturierte ambulante oder stationäre Psychotherapie zu durchlaufen. Es liefert Behandlern verschiedenster Settings das Rüstzeug, Patienten mit einer BPS zu stabilisieren und auf eine störungsbezogene Psychotherapie vorzubereiten. Das Versorgungskonzept integriert verschiedene Interventionen in einem alltagstauglichen, dreigliedrigen Behandlungspfad: der akutpsychiatrischen Behandlung zur Diagnostik und Stabilisierung mit DBT-Elementen, der Krisenintervention auf DBT-Basis sowie einer elektiven DBT-Therapie.

Video: Emotionen - warum wir sie brauchen und wie wir sie regulieren

Emotionsregulation - Borderline-Persönlichkeitsstörung

Kontakt

Sie möchten gerne an unserem ambulanten Skillstraining teilnehmen? Vereinbaren Sie telefonisch einen Termin für ein Vorgespräch.

Kontakt Vitos psychiatrische Ambulanz Gießen

Zentrale Ambulanz Gießen

Telefon:
06 41 ‐ 40 34 14
Fax:
06 41 ‐ 40 34 71
E-Mail:
ambulanz-kpp.giessen(at)vitos-giessen-marburg.de

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