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Station 3 der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg (Hessen) ist auf die Behandlung von Borderline- und Traumafolgestörungen spezialisiert. Wir bieten Ihnen ein dreistufiges stationäres Programm, das Elemente der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) und der Traumatherapie kombiniert (DBT-PTBS).

Dreistufig deshalb, um die Intensität der Therapie auf die jeweilige Erkrankungsphase unserer Patientinnen und Patienten individuell abstimmen zu können – von der akuten Krise bis hin zu einer gefestigten Phase, in der die psychische Stabilität und das Durchhaltevermögen für eine intensive therapeutische Arbeit gegeben sind.

Unser Ziel mit diesem Therapiemodell: Wir möchten Sie dabei unterstützen, sich ein Leben aufzubauen, das sich an Ihren persönlichen Werten und Zielen orientiert.

Borderline- und Traumafolgestörungen Therapie Vitos Marburg

Informationen zu Borderline, DBT und Traumafolgestörungen

Was ist eine Borderline-Persönlichkeitsstörung?

Das Kernproblem von Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine Störung ihrer Gefühlsregulation. Sie reagieren schneller und stärker emotional auf Lebensereignisse. Sie fühlen sich häufig von Emotionen überflutet und beschreiben selbst ein schwer erträgliches Gefühlswirrwarr, das dann in extreme innere Spannungszustände mündet. In Momenten der Hochspannung verlieren sie oft die Kontrolle über sich selbst. Das führt bei vielen zu riskantem Verhalten wie zum Beispiel Selbstverletzungen.

Die gute Nachricht ist aber: Borderline-Patienten können lernen, ihre Gefühle mit anderen Mitteln und Fertigkeiten (sogenannten Skills) besser zu regulieren sowie bestimmte Situationen und sich selbst besser anzunehmen.

Was ist DBT?

Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (kurz DBT) wurde von der amerikanischen Psychologin Marsha Linehan entwickelt und wird vor allem zur Therapie von Borderline-Störungen eingesetzt. Sie ist ein Therapieverfahren, das bewährte Techniken aus verschiedenen therapeutischen Schulen zusammenfügt. Ein Grundbestandteil ist die Achtsamkeit. Das Prinzip der DBT ist die Suche nach einer Balance zwischen der Akzeptanz des Geschehenen und der Bereitschaft zur Veränderung.

Therapeutisch werden die Patienten bei der aktiven Arbeit an sich selbst unterstützt. Ziel ist es, selbstschädigende Verhaltensweisen zu reduzieren, achtsamer mit sich und anderen umzugehen sowie eigene Gefühle zu erkennen und zu kontrollieren. Die Betroffenen lernen, sich selbst besser zu verstehen und sie bekommen Techniken vermittelt, die ihnen Kontrolle ermöglichen, ohne zu schaden (Skills). Deshalb haben die Anleitung zum praktischen Einüben der gelernten Skills (Skillstraining) und das Lernen einer achtsamen Grundhaltung einen sehr hohen Stellenwert in der Behandlung.

Das können Sie vom DBT-Programm in unserer Klinik in Marburg erwarten:

  • ein vertieftes Wissen über das Störungsbild
  • umfangreiche spezifische Therapie- und Gruppenangebote (z.B. Skillsgruppen, DBT-Ergotherapie)
  • die Verbesserung der Emotionsregulation und Verhaltenssteuerung
  • Achtsamkeitstraining
  • das Erlernen einer wichtigen Grundlage: Akzeptanz dessen, was wir nicht ändern können und Veränderung dessen, was wir ändern können
  • Arbeit an langfristigen Therapie- und Lebenszielen
  • Aufbau von Lebensqualität

    Was ist eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS bzw. PTSD)?

    Die mittlerweile bekannteste Traumafolgestörung ist die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS oder englisch PTSD für Posttraumatic Stress Disorder).

    Betroffene von Gewalterfahrungen, Unfällen, Kriegen oder anderen extrem bedrohlichen Erlebnissen können bei Überlastung durch ein traumatisches Erlebnis oder durch Summierung mehrerer Traumata diese spezifische Traumafolgestörung ausbilden. Dazu gehören einschießende, intrusive Erinnerungen und Alpträume, verbunden mit starken körperlichen Symptomen, oft als Reaktion auf Situationen, die an das traumatische Erlebnis erinnern.

    Diese Menschen zeigen ein typisches und verständliches Vermeidungsverhalten. Aufgrund dieser Symptome ist die PTBS eine Störung, die den Alltag und das Privatleben der Betroffenen stark und nachhaltig beeinträchtigen kann. Doch es gibt wirksame Therapien.

    Was bedeutet es, an einer PTBS zu leiden?

    In der Vorgeschichte ist ein benennbares Trauma vorhanden, bei manchen Menschen sind es auch wiederkehrende oder länger anhaltende Traumatisierungen.

    Es treten Symptome eines besonderen Wiedererlebens dieser Situationen, sogenannte Intrusionen auf, die nicht wie andere Erinnerungen steuerbar und beherrschbar sind. Sie sind sehr belastend, drängen sich auf und versetzen die Betroffenen in Flashbacks, Alpträumen und/oder körperlichen Reaktionen gefühlt wieder in die traumatisierende Situation zurück. Oft finden sich dafür Auslöser (sogenannte Trigger): Geräusche, Gerüche, Ähnlichkeiten von Menschen mit Tätern und andere.

    Eigentlich einen psychischen Schutzmechanismus während eines traumatisch belastenden Ereignisses stellen sogenannte Dissoziationen dar. Dabei bleibt das Bewusstsein erhalten, aber die Betroffenen spüren nichts mehr, sie sind in gewisser Weise gefühllos. Das ist eine psychisch-körperliche Notfallreaktion, die die körperlich-schmerzhafte Wahrnehmung der Situation mildern soll. Später dann treten bei den Betroffenen immer wieder Dissoziationen auf: Sie sind dann wie weggetreten, abwesend und bekommen nicht mehr viel von ihrer Umgebung mit. Auch Dissoziationen sind erst mal nicht steuerbar und daher in der Regel sehr belastend.

    Emotionale Taubheit

    Es ist nachvollziehbar, dass Betroffene versuchen, Auslöser von Flashback-Erinnerungen und Dissoziationen zu vermeiden: Wenn alles vermieden wird, was an das Trauma erinnert, dann kann nichts mehr passieren. Nur: So werden nicht nur Orte und bestimmte Menschen, sondern oft auch Gefühle und Gedanken vermieden. So kommt es zu Erinnerungslücken, emotionaler Taubheit, Entfremdungsgefühlen und Interessensverminderung.

    Zur Posttraumatischen Belastungsstörung gehört typischerweise auch eine andauernde übermäßige Wachsamkeit, Angespanntheit und Schreckhaftigkeit, die wiederum zu Konzentrations- und Schlafstörungen führen kann.

    Wenn Menschen solche schwer belastenden Situationen erleben, ist es zu verstehen, dass sie versuchen, ihr verändertes Bild einer nun gefährlichen und verletzenden Welt und ihr Bild von sich selbst wieder in Einklang zu bringen. Das tun sie, um sich in der Welt wieder orientieren und potenzielle Gefahren frühzeitig erkennen, sie sogar vorwegnehmen zu können. So entstehen Gedanken und Überzeugungen zu dem Erlebten, aber auch zu möglichen traumatisierenden Situationen, ihrer Bedeutung und ihren Folgen, die für ein normales Arbeits- und Liebesleben nicht hilfreich sind und die Verarbeitung des eigentlichen Traumas weiter behindern.

    Belastende Gedanken: "Ich bin selbst dran schuld!"

    Solche Überzeugungen sind zum Beispiel: "Die Welt ist immer gefährlich, es kann mir überall etwas passieren. Man muss immer auf der Hut sein". "Ich bin ein schlechter Mensch, sonst wäre mir das nicht passiert." "Ich bin selbst dran schuld … !", "Ich bin schwach und kann mich niemals ausreichend schützen!" und vieles mehr. Zu diesen Veränderungen in Gedanken und Einstellungen kommen auch entsprechende Stimmungsveränderungen: Betroffene leiden unter belastenden Gefühlszuständen wie zum Beispiel Angst, Schuld und Scham.

    Um von einer posttraumatischen Belastungsstörung sprechen zu können, muss die Symptomatik eine gewisse Dauer haben, konkret mindestens einen Monat bestehen und das Alltags- und Arbeitsleben bedeutsam beeinträchtigen.

    Häufiger Begleiter: Störung der Emotionsregulation

    Häufig kommen zu dieser Symptomatik der PTBS zusätzlich Symptome einer Emotionsregulationsstörung. Hierbei verändert sich das Erleben von Gefühlen: Es entstehen überstarke Gefühlszustände, das heißt: Gefühle treten heftig auf, fühlen sich oft unkontrollierbar an, können schnell wechseln. Ein Beispiel ist das Auftreten von starker Schuld, starker Trauer, starker Wut im Wechsel oder manchmal auch gleichzeitig.

    Leiden Sie – unabhängig von potentiell traumatisierenden Situationen – unter solchen Gefühlszuständen, könnte dies ein Hinweis auf eine andere Störung der Emotionsregulation sein, die ebenfalls diagnostiziert und behandelt werden kann!

    Das Gleiche gilt für ein negatives Selbstbild oder negative Gedanken über sich selbst, was bis hin zu Selbsthass gehen kann. Dies kann als Folge einer Traumatisierung auftreten, aber auch ein Hinweis auf eine Persönlichkeitsstörung sein, die häufig mit der genannten Emotionsregulationsstörung verbunden ist.

    Schließlich treten, wie bereits gesagt, in der Folge von Traumatisierungen weitere Störungen wie Depressionen, Angsterkrankungen und somatoforme Störungen auf. Diese sogenannten komorbiden, also begleitenden Erkrankungen, sind zusätzlich zur posttraumatischen Grunderkrankung vorliegende Krankheitsbilder und müssen eventuell auch begleitend behandelt werden.

    Was ist DBT-PTBS?

    Weil Borderline- und Traumafolgestörungen häufig gemeinsam auftreten, bieten wir unseren Patienten ein Konzept, das die vor allem aus der Borderline-Behandlung bekannte Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) zur Grundlage hat. Ergänzt wurde sie durch zusätzliche Modulen, die speziell auf die Bedürfnisse von Traumapatienten zugeschnitten sind. Diese sogenannte DBT-PTBS (bzw. DBT-PTSD) geht auf den Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie Professor Martin Bohus zurück.

    Das dürfen Sie vom DBT-PTBS-Programm an unserer Klinik in Marburg erwarten:

    • das Erarbeiten eines individuellen Störungsmodells
    • umfangreiche spezifische Therapie- und Gruppenangebote (z.B. Skillsgruppen, DBT-Ergotherapie)
    • Abbau von Vermeidungsstrategien und traumabedingten Folgegefühlen wie zum Beispiel Schuldgefühle
    • eine Skills-unterstützte Expositionsbehandlung (Traumabewältigung)
    • Alptraumbehandlung
    • Körpertherapie
    • Aufbau von Lebensqualität

    Unser Konzept: Therapie in drei Stufen

    Krisenintervention

    Um mit einer DBT- oder Traumatherapie Erfolg zu haben, ist es wichtig, sich auf die Therapie einlassen zu können und ein gewisses Durchhaltevermögen zu besitzen. In akuten Krisen fällt das jedoch schwer. Deshalb dient unsere Krisenintervention zunächst der Stabilisierung – das ermöglicht den Weg in eine weiterführende spezialisierte Behandlung.

    Die Krisenintervention umfasst eine Problemanalyse und Behandlung der Symptomatik, die zur Aufnahme geführt hat, sowie umfassende Therapie- und Gruppenangebote. Außerdem eine medikamentöse Behandlung, die Reduktion von Suizidalität und von akutem dysfunktionalen (schädigendem) Verhalten.

    Diagnostik- & Commitmentphase

    Weil der Schritt von einer Krisenintervention hin zu einer geplanten DBT- oder DBT-PTBS recht groß sein kann, haben wir mit unserer Diagnostik- & Commitmentphase ein Behandlungsprogramm über drei Wochen etabliert, das ein hilfreicher „Zwischenschritt“ sein kann.

    Die Diagnostik- & Commitmentphase umfasst bereits eine eingehende Diagnostik Ihrer Borderline- oder Traumafolgestörung/PTBS. Außerdem lernen Sie hier bereits nützliche Skills (Fertigkeiten), um Ihre Emotionen regulieren zu können. Sie steigen in das Erlernen von Achtsamkeit ein, die eine unverzichtbare Grundlage ist, um Gefühle zu erkennen und zu lenken. Sie lernen Strategien zur Krisen- und Stressbewältigung, erarbeiten mit uns Werte und Ziele und erhalten ein umfangreiches Therapie- und Gruppenangebot.

    Außerdem haben Sie in dieser Phase die Möglichkeit, sich mit unserem DBT-Peer-Coach auszutauschen. Das ist eine Person, die Ihre psychische Erkrankung aus eigener Erfahrung kennt.

    Entscheiden Sie sich am Ende dieser Phase dafür, den eingeschlagenen Behandlungsweg weiter zu gehen (Commitment), können Sie in unsere dritte Stufe einsteigen.

    DBT oder DBT-PTBS an unserer Klinik in Marburg

    Je nachdem, welche Erkrankung bei Ihnen vorliegt – ob eine Borderline-, eine Traumafolgestörung oder eine Kombination aus beidem: In unserem achtwöchigen Intensivprogramm arbeiten wir gemeinsam und sehr intensiv mit Ihnen an der Bewältigung Ihrer Probleme.

    Das dürfen Sie in dieser Phase erwarten:

    DBT (Therapie der Borderline-Störung)

    • ein vertieftes Wissen über das Störungsbild
    • umfangreiche spezifische Therapie- und Gruppenangebote (z.B. Skillsgruppen, DBT-Ergotherapie)
    • die Verbesserung der Emotionsregulation und Verhaltenssteuerung
    • Achtsamkeitstraining
    • das Erlernen einer wichtigen Grundlage: Akzeptanz dessen, was wir nicht ändern können und Veränderung dessen, was wir ändern können
    • Arbeit an langfristigen Therapie- und Lebenszielen
    • Aufbau von Lebensqualität

    DBT-PTBS (Traumatherapie)

    • das Erarbeiten eines individuellen Störungsmodells
    • umfangreiche spezifische Therapie- und Gruppenangebote
    • Abbau von Vermeidungsstrategien und traumabedingten Folgegefühlen wie zum Beispiel Schuldgefühlen
    • eine Skills-unterstützte Expositionsbehandlung (Traumabewältigung)
    • Alptraumbehandlung
    • Körpertherapie
    • Aufbau von Lebensqualität

    Kontakt

    Stationszimmer Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg

    Station 3

    Borderline- und Traumafolgestörungen Station 3

    Telefon:
    0 64 21 ‐ 40 44 29

    Video: Wie Traumata das Gehirn verändern und ihre moderne Therapie

    Prof. Dr. Michael Franz Traumatherapie Vitos Klinikum Gießen-Marburg

    Video: Emotionen - warum wir sie brauchen und wie wir sie regulieren

    Emotionsregulation - Borderline-Persönlichkeitsstörung

    Buchtipp zum Thema Borderline-Persönlichkeitsstörungen

    ... für Fachpersonal und all jene, die an der Behandlung der Borderline-Störung von der Krise bis zum Therapieprogramm interessiert sind:

    Michael Franz, Sara Lucke: „Borderline-Störung. Krisenintervention und störungsspezifische Behandlung“, Hogrefe, 2020

    Mehr zum Inhalt

    Bei Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) kommt es in Krisensituationen oft zu Hochrisikoverhaltensweisen, zu schweren Selbstverletzungen und Suizidversuchen. Die Patienten sind in solchen Situationen vielfach nicht dazu fähig, an einer störungsspezifischen Therapie wie der Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT) teilzunehmen. Zudem fehlen häufig geeignete ambulante Versorgungsstrukturen. In der Folge nehmen Betroffene verstärkt Notaufnahmen, unspezifische Kriseninterventionsangebote und die stationäre psychiatrische Versorgung in Anspruch.

    Der Band stellt ein erprobtes Versorgungskonzept für Patienten vor, die noch nicht die Fähigkeit und das Commitment aufweisen, eine strukturierte ambulante oder stationäre Psychotherapie zu durchlaufen. Es liefert Behandlern verschiedenster Settings das Rüstzeug, Patienten mit einer BPS zu stabilisieren und auf eine störungsbezogene Psychotherapie vorzubereiten. Das Versorgungskonzept integriert verschiedene Interventionen in einem alltagstauglichen, dreigliedrigen Behandlungspfad: der akutpsychiatrischen Behandlung zur Diagnostik und Stabilisierung mit DBT-Elementen, der Krisenintervention auf DBT-Basis sowie einer elektiven DBT-Therapie.

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