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Depressionsstation in Marburg erhält IPT-Zertifikat

Datum:
Fachbereich:
Erwachsenenpsychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Gießen-Marburg gGmbH

Klinik setzt Konzept für Interpersonelle Psychotherapie erfolgreich um

Das Team von Station 5 mit dem Ärztlichen Direktor Prof. Dr. Michael Franz (hinten, 2.v.l.) und Oberarzt Dr. Siegfried Scharmann (hinten, 4.v.l.) (Foto: Vitos Gießen-Marburg)

Marburg, 18. Dezember 2019. Das Team der Depressionsstation an der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg ist für seinen therapeutischen Ansatz von der Deutschen Gesellschaft für Interpersonelle Psychotherapie (IPT) zertifiziert worden. Die Station ist deutschlandweit erst die sechste, die dieses Zertifikat tragen darf. 
 
Die Interpersonelle Psychotherapie gehört zu den am besten untersuchten Psychotherapieformen für akute Depressionen – und sie gilt als hoch wirksam.  Das Zertifikat bescheinigt dem Team von Station 5 um Oberarzt Dr. Siegfried Scharmann, dass die IPT hier nach den von der Dachgesellschaft festgelegten Qualitätskriterien umgesetzt wird. „Das ist eine verdiente Auszeichnung für das große Engagement des gesamten Stationsteams, das wirklich gute Arbeit leistet“, sagt Prof. Dr. Michael Franz, Ärztlicher Direktor am Vitos Klinikum Gießen-Marburg. 
 
Alle Berufsgruppen wurden geschult 
 
Die Zertifizierung war ein aufwändiger Prozess, bei dem alle Berufsgruppen des Stationsteams geschult werden mussten: von der Pflege über die Physio- und Ergotherapie bis hin zum Sozialdienst. Begleitet wurde die Implementierung und Supervision von Prof. Dr. Elisabeth Schramm (Universitätsklinikum Freiburg), die in Deutschland als Koryphäe der IPT gilt. Mit ihrem Oberarzt Dr. Siegfried Scharmann und der Psychologin Dr. Anja Haag verfügt die Schwerpunktstation Depressionen von Vitos in Marburg zudem über zwei einzeln zertifizierte IPT-Therapeuten. 
 
Die IPT wird vor allem bei akuten Depressionen eingesetzt und ist eines der ersten Verfahren der sogenannten „Dritten Welle“ der Psychotherapie, dessen Wirksamkeit von Anfang an in Studien belegt wurde.  
 
Bei dieser Behandlungsform setzen die Therapeuten den Fokus auf jene Lebenssituationen, in denen sich die depressive Episode entwickelt hat. Das können zum Beispiel starke Trauererlebnisse, Rollenwechsel im Leben, zwischenmenschliche Konflikte, Einsamkeit/Isolation oder auch ein hoher Stresslevel am Arbeitsplatz sein. Gearbeitet wird mit den Patienten unter anderem an Fragestellungen wie: Welche äußeren Faktoren begünstigen die Depression und wie kann ich diese beeinflussen – respektive meine Einstellung diesbezüglich verändern? Welche Ziele und Werte vertrete ich? Außerdem – und daher der Begriff „interpersonell“: Welche Reaktionen ruft mein eigenes Verhalten bei anderen Menschen hervor?

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