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In drei Stufen aus der Krise zurück ins Leben

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Vitos Gießen-Marburg gGmbH

Neues Therapieangebot für Borderline- und Traumafolgestörungen bei Vitos in Marburg

Borderline Trauma Vitos Marburg
Stellvertreter für ein ganzes multiprofessionelles Behandlungsteam, das sich auf Station 3 in Marburg um Patientinnen und Patienten mit Borderline- und Traumafolgestörungen kümmert (v.l.): Gudrun Frey, Jannik Vöhl, Dr. Nikolaus Galland und Filip Willmann. (Foto: Vitos Gießen-Marburg)

Marburg, 10. Januar 2022. Die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg bietet Menschen mit einer Borderline- und/oder Traumafolgestörung ein neues, speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes Behandlungsmodell. In dem dreistufigen stationären Konzept arbeiten alle Berufsgruppen eng zusammen.

Am gesamten Vitos Klinikum Gießen-Marburg richtet sich die Behandlung psychisch kranker Menschen derzeit in einzelnen Bereichen neu aus. Ziel ist es, die verschiedenen Methoden der Psychotherapie in einer Art Bausteinsystem (Module) miteinander zu kombinieren und damit gezielt auf einzelne Krankheitsbilder auszurichten. Das neue Angebot der Vitos Klinik in Marburg ist Teil dieses Konzepts: Station 3 ist nun eine Schwerpunktstation für Borderline- und Traumafolgestörungen.

Borderline und Trauma

Kernproblem von Menschen mit Borderline ist eine Störung ihrer Gefühlsregulation. Sie beschreiben dies selbst häufig als schwer erträgliches Gefühlswirrwarr, das in extreme innere Spannungszustände münden kann. In diesen Momenten verlieren sie oft die Kontrolle über sich selbst, was bei vielen zu riskantem Verhalten wie zum Beispiel Selbstverletzungen führt.

Eine Traumafolgestörung wiederum können Menschen entwickeln, die etwas sehr Bedrohliches erlebt haben – zum Beispiel Gewalt, Unfälle, Kriege oder Missbrauch. Solche extremen psychischen Belastungen müssen nicht, können aber zu dauerhaften Störungen führen. Die bekannteste ist die Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS oder nach dem englischen Begriff Posttraumatic Stress Disorder PTSD).

Therapie in drei Stufen

Borderline- und Traumafolgestörungen kommen häufig gemeinsam vor, weshalb das Therapieangebot bei Vitos in Marburg auf einer Station gebündelt wurde. Da es verschiedene Stadien der Erkrankung gibt, die jeweils eine gezielte Behandlung nötig machen, ist das Modell in drei Stufen bzw. Phasen gegliedert:

  1. Die akute Krise. In einer akuten Krise werden die Patienten in der Klinik zunächst emotional so weit stabilisiert, dass eine weitere psychotherapeutische Behandlung möglich ist.
  2. Die Diagnostik- und Commitmentphase. Hier folgt eine intensive Diagnostik sowie das Erlernen von Strategien zur Krisen- und Stressbewältigung. Auch erarbeiten die Patienten gemeinsam mit dem Behandlungsteam eigene Lebensziele und Werte. Entscheiden sie sich dafür, diesen therapeutischen Weg weiterzugehen (Commitment), folgt Phase drei.
  3. Die Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT) oder DBT-PTBS. Die DBT wird vor allem zur Therapie von Borderline-Störungen eingesetzt. Sie fügt bewährte Therapieverfahren aus verschiedenen psychotherapeutischen Schulen zusammen. Bei Traumafolgestörungen (oder einer Kombination aus beidem) wird die DBT um Bausteine aus der Traumatherapie ergänzt (DBT-PTBS). In diesem intensiven Therapieprogramm wird an der grundsätzlichen Bewältigung der psychischen Probleme gearbeitet. Im Anschluss soll den Patienten ein Leben ermöglicht werden, das sich an ihren persönlichen Werten und Zielen orientiert.

Intensive Einbindung der Pflegemitarbeiter/-innen

Das Besondere an dem Therapiemodell in Marburg ist zudem, dass alle Berufsgruppen eng in die konkrete Umsetzung auf der Station einbezogen sind, vor allem auch die Pflege. So sind es etwa Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Pflegedienstes, die einzelne Gruppenangebote wie etwa das Achtsamkeitstraining ausgestalten und leiten, selbst Konzeptideen für einzelne Bausteine einbringen und für die Patienten enge Begleiter sind. Es gibt einen intensiven Austausch zwischen Ärzt/-innen, Psychotherapeut/-innen, dem Pflege- und Sozialdienst sowie dem Team aus der Ergo- und Bewegungstherapie.

Mehr zum Behandlungskonzept erfahren Sie hier.

 

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