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Psychiatrische Pflegeausbildung trotzt Krisen

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Vitos Gießen-Marburg gGmbH

Vitos Schule für Gesundheitsberufe Oberhessen zieht Bilanz nach einem Jahr mit neuem Ausbildungskonzept und blickt in die Zukunft

© Vitos Gießen-Marburg
Schulleiterin Annemarie Schmidt ist seit September 2021 für die Vitos Schule für Gesundheitsberufe Oberhessen in Marburg verantwortlich

Marburg, 31. Januar 2022. Staatlich geprüfte Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner – so nennen sich die Absolventen nach der dreijährigen generalistischen Ausbildung bei Vitos Gießen-Marburg. Grundlage ist das Pflegeberufegesetz, das die Ausbildung der Altenpflege, Kinderkrankenpflege und Krankenpflege in einer gemeinsamen Pflegeausbildung zusammenführt. Die Generalistik hat das Ziel, an europäische Standards anzuknüpfen, um mehr Flexibilität innerhalb der Pflege zu erreichen.

„Der Vorteil der generalistischen Ausbildung liegt vor allem auch darin, dass die Auszubildenden in den drei Jahren noch mehr Einrichtungen unterschiedlicher Versorgungsbereiche kennenlernen. Dafür wurden Kooperationen im gesamten Landkreis geschlossen“, sagt Schulleiterin Annemarie Schmidt, die seit September 2021 für die Vitos Schule für Gesundheitsberufe Oberhessen in Marburg verantwortlich ist.

Die Generalistik in der Pandemie 

Die Einführung des Pflegeberufegesetzes Anfang 2020, somit auch parallel zum Beginn der Pandemie, war eine enorme Herausforderung. Neue Standards wurden eingeführt und zusätzlich digitale Corona konforme Konzepte erstellt.

Mit fortlaufendem Distanzunterricht konnte eine angemessene Lehre erfolgreich gewährleistet werden. Den Auszubildenden wurde ebenfalls durch die intensive Begleitung der Dozenten Sicherheit vermittelt. Einzelne eventuelle Leistungsabfälle arbeitete die Schule mit individueller Lernberatung und Wiederholung der Unterrichtsinhalte auf. Durch das Engagement und die Flexibilität der Auszubildenden und Lehrenden konnte die Generalistik erfolgreich eingeführt werden.

Mittlerweile sind alle Dozenten mit dem Gesetz vertraut. In einer regelmäßigen Evaluation werden Ausbildungsinhalte angepasst und in Absprachen zwischen den theoretischen und praktischen Ausbildungsträgern umgesetzt.

„Insgesamt haben wir durch die Pandemie beobachten können, dass das Interesse an einer Ausbildung in der psychiatrischen Versorgung zugenommen hat und wir mehr Bewerbungen erhalten. Unserer schnelllebigen Gesellschaft ist erst durch Corona wieder bewusstgeworden, dass die seelische Gesundheit mit das größte Gut darstellt“, ergänzt Schmidt.

Mit digitalem Klassenzimmer und Skills Lab in die Zukunft

Im Zuge des digitalen Paktes der Schulen werden die Klassenzimmer weiter ausgebaut. Digitale Tafeln (sogenannte Smartboards) ergänzen noch dieses Jahr den Unterricht. Außerdem erhalten alle Auszubildenden seit Einführung der Generalistik ein Tablet für das Arbeiten auf Lernplattformen und die Nutzung von Online-Bibliotheken.

Das Skills Lab, ein Patientenzimmer innerhalb der Schule, das den praktischen Unterricht simulieren kann, ergänzt das Lernangebot. Durch den Digitalpakt konnte hierfür eine Simulationspuppe bestellt werden.

Die enge Verzahnung von Theorie und Praxis und der regelmäßige Austausch sowohl mit den Praxisanleitern, die die Schüler engmaschig in der praktischen Ausbildung auf Station begleiten, als auch den externen Pflegekräften der Kooperationspartner, unterstützen die zukünftige Weiterentwicklung der Ausbildung.

Wie die Nachwuchsförderung bei Vitos dem Fachkräftemangel entgegenwirkt

Die Ausbildung bei Vitos Gießen-Marburg ist eine Erfolgsgeschichte – nahezu alle Absolventen werden jährlich übernommen. Weiterhin besteht die Möglichkeit der Weiterbildung mit einem dualen Studium und später einem Bachelor Abschluss. Anschließend können berufsbegleitend pflegewissenschaftliche Erkenntnisse und fachpsychiatrische Pflegekompetenz durch eine weitere Fortbildung erworben werden. Damit stellt sich Vitos Gießen-Marburg dem Fachkräftemangel entgegen.

Die Schule möchte zukünftig die Ausbildungsplätze sogar weiter ausbauen. „Durch den demografischen Wandel und den zunehmenden Fachkräftemangel sieht es Vitos als Grundvoraussetzung, zukünftig noch mehr in die Ausbildung zu investieren“, bekräftigt Schulleiterin Schmidt.

  • Nächste Kurse starten im April 2022 und Oktober 2022

Interessierte können sich für die Ausbildungskurse bewerben, die am 1. April 2022 und am 1. Oktober 2022 starten. Mehr Information gibt es auf der Webseite der Schule unter:

www.vitos.de/pflegeausbildung-marburg

Vitos betreibt hessenweit sieben Schulen für Gesundheitsberufe (SGB), darunter eine in Kooperation mit anderen Klinikträgern. Insgesamt bilden die Schulen rund 550 Nachwuchskräfte für die Pflege aus. Vitos, ein Tochterunternehmen des Landeswohl-fahrtsverbandes (LWV) Hessen, gehört damit zu den großen Ausbildungsträgern für Pflegeberufe in Hessen. Die Vitos Schule für Gesundheitsberufe Oberhessen in Marburg gehört zur Vitos Gießen-Marburg gGmbH.

Zur Person Annemarie Schmidt:

Die gebürtige Thüringerin machte Ihre Ausbildung zur Krankenschwester im Nordwest Krankenhaus Frankfurt und sammelte Ihre Erfahrungen in unterschiedlichen Häusern und Fachabteilungen. Es folgte das Studium der Pflegewissenschaften und Pflegepädagogik in der Charité Berlin.

Die Diplompflegepädagogin hatte unter anderem in Berlin und Hamburg und zuletzt sechs Jahre im Schulzentrum für Pflegeberufe am Kreiskrankenhaus in Frankenberg gearbeitet.

Seit einigen Jahren arbeitet sie zusätzlich ehrenamtlich als stellv. Prüfungsvorsitzende für das Regierungspräsidium in Darmstadt. Frau Schmidt ist seit September 2021 neue Schulleiterin der Vitos Schule für Gesundheitsberufe Oberhessen in Marburg.

Sie möchte zukünftig den Theorie-Praxis-Transfer in der Ausbildung noch stärker verzahnen und den Austausch mit Kooperationspartnern intensivieren. Gemeinsam mit ihrem neuen Team will sie den Schülern eine qualitativ hochwertige Ausbildung ermöglichen. Das bedeutet für Frau Schmidt die Grundlagen des Pflegeberufegesetzes zu intensivieren, mehr Transparenz zu schaffen und dadurch der generalistischen Ausbildung gerecht zu werden.

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