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Neues Allee-Konzept für Hoher-Lohr-Weg

Datum:
Fachbereich:
Fachbereichsübergreifend
Gesellschaft:
Vitos Haina gGmbH

Vitos Haina im Dialog mit Behörden, BUND und NABU: Trockene Birken werden durch Feldahorn ersetzt

Verständigten sich bei einem Ortstermin im Hoher-Lohr-Weg in Haina auf ein neues Allee-Konzept mit Feldahorn; von links: Viola Wagner vom BUND, Sylke Kauffeld von der Gemeinde Haina, Herbert Ruhwedel vom NABU, Gärtnermeister Helmut Naumann und Klinikmanager Sören Asboe von Vitos Haina, und Peter Käufler von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Waldeck-Frankenberg.

Der Hoher-Lohr-Weg zwischen Vitos Campus und Hainaer Friedhof hat einen besonderen Charakter: Links und rechts der Straße bilden Birken eine Allee – und dies seit Jahrzehnten. Doch trotz intensiver Pflege mit fachgerechten Rückschnitten und Wässerungen geht es den Laubbäumen seit Jahren schlecht. „Der fehlende Niederschlag der vergangenen trockenen Sommer und der niedrige Grundwasserspiegel haben den Birken schwer zugesetzt“, erläutert Helmut Naumann, Gärtnermeister bei Vitos Haina. Im November soll Feldahorn die Birken ersetzen.

Seit geraumer Zeit ist Vitos Haina mit der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) beim Landkreis Waldeck-Frankenberg und dem Bauamt der Gemeinde Haina (Kloster) in Abstimmung, um eine langfristige Strategie für die Birken-Allee im Hoher-Lohr-Weg zu entwickeln. Denn Alleen sind in Hessen grundsätzlich geschützt. Dies ist in §13 des Hessischen Ausführungsgesetzes zum Bundesnaturschutzgesetz geregelt.

Alleen gelten als Biotope, deren Zerstörung oder sonstige erhebliche Beeinträchtigung verboten ist. Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie stellt dazu klar, dass „Beeinträchtigungen nur ausnahmsweise auf Antrag zugelassen werden können, wenn es möglich ist, sie auszugleichen“.

Doch schon in den vergangenen Jahren waren einige Birken nicht mehr zu retten. Um der Verpflichtung zur Erhaltung der Verkehrssicherheit nachzukommen, mussten trockene Bäume gefällt werden. Vitos Haina beantragte für die Einzelmaßnahmen stets die Genehmigung der UNB, die nach Prüfung den Fällungen auch stets unter der Maßgabe zustimmte, dass Nachpflanzungen erfolgten.

Doch in diesem Jahr hat sich die Situation zugespitzt. „Schweren Herzens bleibt uns nichts Anderes übrig, als den Großteil der Bäume zu fällen“, sagt Naumann. Konkret hat die Prüfung ergeben: Von den 36 Birken müssen akut 25 gefällt werden. Zu groß sei die Gefahr, dass abgestorbene Äste oder ganze Kronen bei einem Sturm oder unter Schneelast brächen und auf die Straße stürzten.

Bei einem Ortstermin im Hoher-Lohr-Weg verschafften sich Naumann und der Klinikmanager von Vitos Haina, Sören Asboe, gemeinsam mit Peter Käufler von der Unteren Naturschutzbehörde beim Landkreis Waldeck-Frankenberg, Sylke Kauffeld vom Bauamt der Gemeinde Haina (Kloster), Herbert Ruhwedel vom Naturschutzbund (NABU) Waldeck-Frankenberg und Viola Wagner vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Kreisverband Waldeck-Frankenberg, ein Bild vom Zustand der Birken-Allee.

Nach Abwägung aller Vor- und Nachteile und insbesondere unter Wertung der rechtlichen Vorgaben verständigten sich die UNB, die Gemeinde und die beiden Vertreter der Naturschutzverbände mit Vitos Haina auf eine Strategie: Um langfristig die Verkehrssicherungspflicht und den Biotop-Schutz in Einklang zu bringen, werden noch in diesem Jahr insgesamt 36 Birken – bis zur Kurve in Richtung Friedhof – gefällt. Unmittelbar werden die Stubben ausgefräst. Als Ersatz werden im Abstand von etwa zehn bis zwölf Metern insgesamt 35 bis 40 Stück Feldahorn (Acer campestre) als Hochstamm in DIN-gerechten Pflanzgruben nachgepflanzt. Und zusätzlich wird im Baumumfeld Straßenbegleitgrün in Form einer mehrjährigen Blumenwiese angelegt.

Vitos Haina hat einen allgemeinen Fäll-Antrag bei der Unteren Naturschutzbehörde eingereicht. Nach Genehmigung sollen die Arbeiten, in Abhängigkeit von der Pflanzenverfügbarkeit und der Witterung, im nächsten Monat beginnen.  

„Diese Strategie versetzt uns in die Lage, mit an den veränderten klimatischen Bedingungen ausgerichteten Nachpflanzungen, eine neue Allee zu entwickeln und dieses besondere Biotop im Hoher-Lohr-Weg für die nächsten Generationen zu erhalten“, sagt Klinikmanager Sören Asboe. „Für den konstruktiven Austausch mit den Behörden und den Naturschutzverbänden sind wir sehr dankbar.“  

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