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Die Geschichte des Standorts

Die Großherzogliche Landesirrenanstalt wurde 1866 von ihrem Gründer, Dr. Georg Ludwig, als Heil- und Pflegeanstalt eröffnet. Die heutige Vitos Heppenheim gGmbH blickt auf eine lange Tradition zurück und gehört damit zu den großen psychiatriegeschichtlichen Stätten in der Region.

Um 1850 verfügte das Großherzogtum Hessen nur über eine psychiatrische Klinik, das Philippshospital in Hofheim bei Riedstadt. Aus diesem Grund beauftragten die Landstände 1857 den Hofheimer Klinikdirektor Dr. Georg Ludwig (1826–1910), ein neues Krankenhaus an anderem Standort zu konzipieren. Wohl wegen der verkehrsgünstigen Lage und der reizvollen Landschaft an der Bergstraße, fiel die Wahl auf Heppenheim. Ludwig übernahm nach Eröffnung im Jahr 1866 auch die ärztliche Leitung der Heil- und Pflegeanstalt Heppenheim.
Für damalige Verhältnisse war die Klinik eine fortschrittliche psychiatrische Einrichtung. In Fachkreisen genoss sie den Ruf, in Architektur, Einrichtung und Umgebung ein „Vorbild für Deutschland“ zu sein. Als früher Vertreter der Behandlung ohne Zwangsmaßnahmen verzichtete Direktor Georg Ludwig so weit wie möglich auf Fixierung oder Körperstrafe. Im Geiste Ferdinand von Ritgens sah Ludwig psychische Krankheiten als Gebrechen des Gehirns an, die man – ähnlich einem gebrochenen Arm – durch Ruhe und maßvolle Anregung therapieren oder zumindest lindern konnte.

Erweiterung der Heil- und Pflegeanstalt

Da die Zahl der Insassen ständig wuchs, musste die Klinik bereits schon zwischen 1866 und 1892 umfangreich erweitert werden. So wurden u.a. die  Patientenflügel mehrfach aufgestockt.

Später, unter der Leitung des neuen ärztlichen Direktors Heinrich Adolf Dannemann, wurde in  der Anstalt in den 1920er Jahren die Arbeitstherapie eingeführt. In der Folge wurden ein Schweine- und Hühnerstall und weitere Gebäude für Land-, Garten- und Viehwirtschaft errichtet.

Neubeginn nach dem Zweiten Weltkrieg

Nachdem im März 1933 die Nationalsozialisten im Volksstaat Hessen die Herrschaft übernahmen, folgte damit die Umsetzung der  "systematische Vernichtung von kranken und behinderten Menschen"

Am Ende des Zweiten Weltkriegs im April 1945 eroberte die US-Armee Heppenheim und befreite die Kriegsgefangenen. Kurze Zeit nutzten die Besatzer die Klinik selbst als Lazarett. Noch 1945 wurde ein Teil der Gebäude im Rahmen der Entnazifizierung in ein Gefängnis für politisch belastete Personen umgewandelt; in den übrigen Gebäuden wurden seitens der US-Armee Displaced Persons untergebracht.

Nach Ende der Fremdnutzungen konnte die psychiatrische Klinik 1948 ihre Arbeit wieder aufnehmen.

1953 übernimmt der neu gegründete Landeswohlfahrtsverband Hessen die Trägerschaft. Das Land Hessen stellt zur Modernisierung der hessisch-darmstädtischen Anstalten 5 Mio. DM zur Verfügung.

In den 1960er Jahren setzten sich in Heppenheim aktuelle Reformen auf dem Gebiet der Psychiatrie durch, die den Patienten mehr Selbstbestimmung und Freiheiten gewährten. Die Gitter der Fenster wurden entfernt, neue Gemeinschaftsräume geschaffen und der bis dahin geschlossene Park für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. 1987 hob die Klinikleitung die Geschlechtertrennung auf. Auf dem Grundstücksteil im Osten der Hauptgebäude wurden ab den 1950er Jahren ein Festsaal, eine Kapelle und eine Wäscherei errichtet.

Krankenpflegevorschule und „Modellprojekt“

1962 erfolgte die Einrichtung einer Krankenpflegevorschule am Psychiatrischen Krankenhaus Heppenheim (PKH). Der Landeswohl-fahrtsverband (LWV) förderte außerdem die berufliche Fortbildung des Pflegepersonals.
1979 bezog die Bundesregierung das Psychiatrische Krankenhaus Heppenheim in ihr Modellprogramm "Psychiatrie" mit ein.

Psychiatrisches Krankenhaus wird gemeinnützige GmbH

1991 feiert das Psychiatrische Krankenhaus Heppenheim sein 125-jähriges Bestehen. Das Krankenhaus hat sich zu einem modern ausgestatteten Fachkrankenhaus entwickelt, in dem Menschen mit allen Formen psychischer Erkrankungen behandelt werden. Im 1992 erfolgt die Eröffnung der Tagesklinik Bensheim und 1997 die Eröffnung der Tagesklinik in Erbach/Odw. (in Betrieb bis März 2017) und der Substitutionsambulanz in Darmstadt.
Das Konzept der offenen Psychiatrie wird umgesetzt. Weiterhin erhält das Krankenhaus eine neue Betriebssatzung und nennt sich Zentrum für Soziale Psychiatrie Bergstraße (ZSP).
In den Jahren von 2000-2005 folgen die Einführung des Qualitätsmanagement, die Einrichtung eines Aufnahmezentrums, die erstmalige Zertifizierung des ZSP Bergstraße und der Tagesklinik Bensheim, sowie die Gründung der Gesundheitsakademie Bergstraße als Verbundschule in Kooperation mit dem Heilig-Geist-Hospital Bensheim. Zu diesem Verbund kommt später noch das Kreiskrankenhaus Bergstraße hinzu.
2007 erfolgt die Umwandlung in eine gGmbh. In den Jahren 2008 und 2009 fand  jeweils erfolgreich die Rezertifizierung statt.

Neubauplanung

Im Mai 2009 erfolgte die Umfirmierung in: Vitos Heppenheim gGmbH, Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Heppenheim.
Aus Platzmangel und hoher Instandhaltungskosten entschied sich die Betreibergesellschaft der Klinik Vitos Heppenheim ebenfalls im Jahr 2008, ihren Standort an der Ludwigstraße aufzugeben. Gefunden wurde ein neuer Standort in direkter Nachbarschaft zum Kreiskrankenhaus Bergstraße, in Heppenheim.
Im Mai 2010 erfolgte die Grundsteinlegung für den Neubau des künftigen Vitos Klinikum Heppenheim und zwei Jahre später, im März 2012, wurde der erste Bauabschnitt des neuen Klinikums fertiggestellt und in Betrieb genommen. Im September 2014 folgte die Fertigstellung und Einweihung des 2. Bauabschnitts, sowie die Inbetriebnahme des 2. Bauabschnitts und somit des gesamten Klinikums.
Im Jahr 2016 gab es Grund zum feiern. 150 Jahre Psychiatrie in Heppenheim. Mit Eröffnung der Heil- und Pflegeanstalt im Jahr 1866 begann die Geschichte der Psychiatrischen Klinik in Heppenheim. Im Jahr 2016 feierte die heutige Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Heppenheim ihr 150-jähriges Jubiläum.
Zur erweiterten Versorgung im Kreis Bergstraße, wurde 2017 mit dem Bau einer Ambulanz und Tagesklinik in Lampertheim begonnen. Im Januar 2018 erfolgte die Einweihung und die Inbetriebnahme der Ambulanz und Tagesklinik.

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