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Vitos Geschäftsführer-Trio widmet sich Zukunftsthemen

Datum:
Fachbereich:
Fachbereichsübergreifend
Gesellschaft:
Vitos gGmbH

Festakt zur Einführung der Konzerngeschäftsführer Jochen Schütz und Philipp Schlösser.

Festakt zur Begrüßung der Vitos Konzerngeschäftsführer© Vitos / Foto: Harry Soremski
Haben beim Festakt die wichtigen Zukunftsthemen des Gesundheitswesens in den Blick genommen (v.l.n.r.): Philipp Schlösser, Vitos Konzerngeschäftsführer COO, Jochen Schütz, Vitos Konzerngeschäftsführer Personal und Finanzen, Dr. Miriam Meßling, Vizepräsidentin des Bundessozialgerichts, Susanne Selbert, Vitos Aufsichtsratsvorsitzende und LWV-Landesdirektorin, Reinhard Belling, Vorsitzender der Vitos Konzerngeschäftsführung.

Kassel, 5. Juli 2022 – Digitalisierung, Gewinnung von Fachkräften und die wachsende Bedeutung nachhaltigen Wirtschaftens: Um diese wichtigen Zukunftsthemen des Gesundheits- und Sozialwesens ist es gestern beim Festakt zur offiziellen Begrüßung der neuen Vitos Konzerngeschäftsführer gegangen. Jochen Schütz und Philipp Schlösser komplettieren seit kurzem die Geschäftsführung des Konzerns, der hessenweit 11.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt. Der bisherige Geschäftsführer Reinhard Belling hat den Vorsitz der Konzerngeschäftsführung übernommen. Nun hat das Trio im Rahmen des Festakts im Ständehaus in Kassel skizziert, welchen Herausforderungen sich das Unternehmen in naher Zukunft gegenübersieht – und wie es ihnen begegnen will.

„Das Gesundheits- und Sozialwesen steht vor großen Umbrüchen. Es ist deshalb ein richtiger Schritt gewesen, die Geschäftsführung zu erweitern und die Vitos Holding operativer aufzustellen. Ich sehe Vitos nun für die Zukunft gut aufgestellt. Die Zusammenarbeit mit dem Trio gestaltet sich schon jetzt sehr positiv“, sagte Susanne Selbert, Vitos Aufsichtsratsvorsitzende und LWV-Landesdirektorin.

Die strategische Ausrichtung des Konzerns liegt maßgeblich in den Händen von Reinhard Belling. Als Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung ist er unter anderem für die unternehmenspolitische Arbeit zuständig. „Die Ansprüche an die psychiatrische Versorgung steigen. Gleichzeitig stellen uns die gesetzlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen vor immer größere Herausforderungen“, schilderte Belling und verwies unter anderem auf die steigenden Energie- und Baukosten sowie auf die immer enger werdenden gesetzlichen Vorgaben zum Personaleinsatz in den Kliniken.

Mit Blick auf die psychiatrische Versorgung definierte Belling für die nächsten Jahre das Ziel, für psychisch erkrankte Menschen ein möglichst niedrigschwelliges, wohnortnahes, bedarfsgerechtes und qualitativ hochwertiges Angebot zu machen. Großes Potenzial liege hier in der Digitalisierung. „Digitale Angebote können eine therapeutische Behandlung nicht ersetzen, aber sinnvoll ergänzen und erweitern. Sie trägt dazu bei, Hilfe schneller und besser zugänglich zu machen und Hemmschwellen abzubauen“, erläuterte Belling die Vorteile. Außerdem werde künftig die stationäre Behandlung an Bedeutung verlieren. Stattdessen werde es darum gehen, ambulante und tagesklinische Kapazitäten so auszubauen, dass sie für Patientinnen und Patienten noch besser erreichbar seien. Auch alternativen Behandlungsformen käme künftig eine größere Bedeutung zu. Dazu zähle Vitos Behandlung Zuhause: Akut psychisch erkrankte Menschen werden dabei in ihrer vertrauten häuslichen Umgebung behandelt, nicht in der Klinik.

Eine der großen Herausforderungen der nächsten Jahre ist für Vitos die Gewinnung neuer Fachkräfte. „Die geburtenstarken Jahrgänge gehen in den nächsten fünf bis zehn Jahren in den Ruhestand. Bei Vitos ist das jede vierte Pflegekraft und ein Drittel der Ärztinnen und Ärzte“, sagte Jochen Schütz, der seit 1. Januar 2022 als zusätzlicher Geschäftsführer der Holding für die Handlungsfelder Personal, Recht und Finanzen zuständig ist. Zuvor leitete er seit der Unternehmensgründung 2008 den Geschäftsbereich Personal, Organisation und Recht bei Vitos. Schütz verwies darauf, welche Anstrengungen das Unternehmen bereits in der Vergangenheit unternommen hat, um Beschäftigte zu binden und neue Mitarbeiter/-innen zu gewinnen. Er nannte unter anderem die verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Familie, umfassende Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten oder die gezielte Förderung von Führungsnachwuchs durch Personalentwicklungsprogramme. „Vitos hat schon viel erreicht, aber für die Zukunft bedarf es weiterer, massiver Anstrengungen. Nur, wer im Gesundheits- und Sozialwesen attraktive Arbeitsbedingungen und eine vertrauenswürdige und zugewandte Unternehmenskultur bietet, wird im Wettbewerb um Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bestehen.“ Es werde außerdem darum gehen, auch im Ausland gezielt nach Fachkräften für die Gesundheitsbranche zu suchen.

Philipp Schlösser ist seit 1. Mai 2022 dritter Geschäftsführer in der Firmenzentrale. Er ist primär für die operative Steuerung und im Speziellen für die Themen IT-Management, Bauen und Einkauf zuständig. „Das Management von Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen wird künftig stark von Überlegungen zur Nachhaltigkeit geprägt sein – sowohl in ökologischer, als auch in ökonomischer oder sozialer Hinsicht“, sagte Schlösser. Vitos habe sich hier bereits auf den Weg gemacht und unter anderem ein Umweltkonzept aufgelegt, das mehr als 60 kleinere und größere Maßnahmen zum Umwelt- und Klimaschutz bündelt. „Nachhaltigkeit ist kein Ziel, sondern ein Weg“, betonte Schlösser. Es werden künftig verstärkt darum gehen, wie sich Nachhaltigkeit in die tägliche Arbeit und die Entscheidungsprozesse einbinden lassen.

Von den Herausforderungen an das Gesundheits- und Sozialwesen aus der Sicht des Bundessozialgerichts (BSG) sprach die Vizepräsidentin des BSG, Dr. Miriam Meßling. Sie ging vor allem auf rechtliche Rahmenbedingungen und einschlägige Rechtsprechung ein. Das BSG habe keine grundlegenden Bedenken gegen die Verknüpfung von Qualitätsvorgaben und Vergütungsanspruch und sagt: „Wir können es uns in den Sozialversicherungssystemen nicht leisten, schlechte Qualität zu bezahlen. Daher ist Qualitätssicherung eine sinnvolle Investition in die Zukunft und erfordert valides Datenmaterial“. Es lohne sich, die anstehenden Bewertungsprozesse, wie beispielsweise PPR 2.0, konstruktiv zu begleiten.

 

Über Vitos

Die Kernaufgabe von Vitos ist die Diagnostik und Behandlung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen, psychosomatischen und forensisch-psychiatrischen Kliniken. Mit 3.700 Betten/Plätzen ist das Unternehmen in Hessen größter Anbieter für die ambulante, teil- und vollstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen.

In den Fachkliniken für Neurologie und Orthopädie behandelt Vitos 47.200 Patient/-innen ambulant und stationär. Für Menschen mit geistiger bzw. seelischer Behinderung, für die psychiatrische Reha und in der Jugendhilfe bietet Vitos 2.500 Plätze.

11.000 Mitarbeiter/-innen erwirtschaften an 114 Standorten in 75 Orten einen jährlichen Gesamtertrag von 700 Mio. Euro. Sie behandeln insgesamt 43.000 Patient/-innen stationär/teilstationär und 175.000 ambulant.

Vitos, das sind in Hessen 20 verbundene Unternehmen, davon 16 gemeinnützig. Sitz der Unternehmenszentrale ist Kassel. Alleingesellschafter ist der Landeswohlfahrtsverband Hessen.

 

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