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Digitale Unterstützung der Patientenversorgung - Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Eltville

Datum:
Fachbereich:
Forensische Psychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Rheingau gGmbH

Die Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie in Eltville und in Riedstadt nehmen Vorreiterrolle in der Digitalisierung ein

Die Corona-Pandemie hat gezeigt, wie elementar die voranschreitende Digitalisierung für etliche Bereiche ist. Dies gilt auch für den Maßregelvollzug. Die Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie in Eltville und Riedstadt standen daher vor den Herausforderungen, wie die Digitalisierung auf die Ebene der kränksten Patienten übertragen werden kann und wie die Möglichkeiten der neuen Medien auch für schwer psychisch kranke Patienten nutzbar gemacht werden können. Im Rahmen eines Pilotprojektes sollen in ausgewählten Zimmern der beiden Kliniken sogenannte Medienwände, quasi überdimensionale Tablets, eingebaut werden.

„Für viele unserer Patienten bleibt die Zeit stehen, während sie in unserer Klinik sind. Sie kennen die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht. Wir haben daher überlegt, wie wir die Vorteile der neuen Medien für unsere Patienten kontrolliert nutzbar machen können“, schildert der Krankenpflegedirektor der beiden forensischen Kliniken in Eltville und Riedstadt, Wolfgang Gunold. „Wir freuen uns daher sehr, dass uns dies nun über die Einführung einer Medienwand möglich ist“, fährt Gunold fort.

Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Eltville verfügt mittlerweile bereits über eine solche Medienwand, welche vor allem für Patienten eingesetzt werden soll, die sich aufgrund ihres herausfordernden Verhaltens nur schwer in die Patientengemeinschaft integrieren lassen. Über den interaktiven Bildschirm kann sich der Patient selbst in seiner persönlichen Bewältigungsstrategie unterstützen. Mit einer speziell dafür entwickelten Software kann ein individuelles, bedürfnisangepasstes Angebot an Apps (wie etwa Fernseh-/Radioprogramme oder Spiele) freigeschaltet werden, das optimal auf die Möglichkeiten und Bedürfnisse des Patienten und den Rahmenbedingungen abgestimmt ist. Durch die Interaktion mit der Medienwand erfährt der Patient eine kognitive Stimulierung, was durch eine selbstbestimmte Beschäftigung letztendlich zu einer Beruhigung und Ablenkung beiträgt. Somit können Aggressionen und folglich Zwangsmaßnahmen reduziert werden. „Dies ist ein völlig neuer Therapieansatz, der uns die Möglichkeit geben soll, auch an Patienten heranzukommen, die schwerstkrank und daher schwer zugänglich sind.“, erklärt Helena Bibo, verantwortlich für die Pflegeentwicklung der forensischen Klinik Eltville.

Darüber hinaus kann die Medienwand Patienten durch persönliche Bilder und Entspannungsmusik beruhigen, sie bietet eine zeitliche Orientierung und die Möglichkeit einer Interaktion zwischen Patient und Therapeuten.

„Wir stehen derzeit noch ganz am Anfang, doch der Einsatz der Medienwand wird wissenschaftlich begleitet, sodass wir bald schon mehr über die Effekte sagen können.“, so Gunold.

Innerhalb des Vitos Konzerns verfügt die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Eltville über die erste Medienwand. Weitere werden in dem im Herbst 2021 eröffnenden Erweiterungsbau der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt eingebaut. In den europäischen Nachbarländern, wie zum Beispiel in den Niederlanden, werden Medienwände schon länger erfolgreich in der Therapie eingesetzt.

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