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Ergebnisse der erweiterten Georadar-Untersuchungen auf dem Eichberg liegen vor – Vitos Rheingau schafft damit weitere Klarheit

Datum:
Fachbereich:
Fachbereichsübergreifend
Gesellschaft:
Vitos Rheingau gGmbH

Vitos Rheingau/Eltville, 20. Dezember 2019 – Anfang November waren auf dem Eichberg umfassende Georadar-Untersuchungen durchgeführt worden. Die Ergebnisse für das für ein Neubauprojekt vorgesehene Grundstück waren mit Blick auf eventuelle Grabstrukturen innerhalb des Baufeldes unauffällig und wurden bereits Anfang Dezember veröffentlicht.

Nun liegen auch die Berichte für die weiteren begutachteten Geländeteile vor. Dabei handelt es sich um den alten Friedhof rund um die Kapelle auf dem Eichberg und einem Abstandsstreifen zwischen diesem Friedhof und dem geplanten Baufeld.

Wie im Vorfeld erwartet, sind im Rahmen der Georadar-Untersuchungen einige Anomalien gefunden worden. Dies betrifft vorrangig das Gelände rund um den alten Friedhof. Im Abstandsstreifen sind wenige Anomalien erkennbar. Ein Verdacht auf Gräber ist nicht wahrscheinlich, dennoch sollen diese Anomalien in Abstimmung mit den zuständigen Behörden untersucht werden, um für abschließende Klarheit zu sorgen. Da das Gelände außerhalb des Baufeldes liegt, beeinträchtigen die Ergebnisse den geplanten Neubau für die Erwachsenenpsychiatrie nicht.

Hintergrund für die Untersuchungen ist, dass in der Zeit des Nationalsozialismus bis 1945 mehrere hundert Kinder und Jugendliche in der damaligen „Landesheilanstalt Eichberg“ ermordet wurden. Servet Dag, Geschäftsführer von Vitos Rheingau erläutert die Untersuchung: „Die Gräueltaten, die in der Zeit des Nationalsozialismus auch hier auf dem Eichberg begangenen wurden, fordern eine besondere Sensibilität und eine große Sorgfalt von uns. Daher haben wir auf dem westlichen Teil des Geländes breit angelegte Georadar-Analysen durchführen lassen, um auch jenseits des vorgesehenen Baufeldes ein möglichst umfassendes Bild zu erhalten.“ Die Untersuchungen bestätigten, so Vitos, die Annahme, dass dieses Gräberfeld klar umschrieben ist. Dies könne dem Untersuchungsbericht entnommen werden. „Wir werden auch an dieser Stelle die Erinnerung an die Opfer wach halten und ihr Andenken wahren, das zugleich uns und nachfolgenden Generationen immer Mahnung sein soll.“ Eine Gedenktafel auf dem alten Friedhof, die Vitos Rheingau plant, soll diesem Gedanken Rechnung tragen.

Bei den Anomalien, die im an das Baufeld angrenzenden Streifen aufgenommen wurden, handelt es sich um geringe Verdachtspunkte. Das bedeutet, dass die Existenz von Gräbern in diesem Bereich nicht wahrscheinlich ist, allerdings auch nicht ausgeschlossen werden kann. Weitere Untersuchungen sind sinnvoll, um Aufschluss zu erhalten: „Wir werden nun auf die zuständigen Behörden zugehen, um die Befunde der Georadar-Untersuchungen gemeinsam zu besprechen“, so Dag.    

Die Begutachtung hatte die Firma Eggert GmbH aus Heek im Münsterland durchgeführt, die auf solche Bodenanalysen spezialisiert ist und auch die Untersuchungen am ehemaligen Kalmenhof-Krankenhaus in Idstein übernommen hatte.

Die Berichte zu den Georadar-Untersuchungen können hier eingesehen werden.

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