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Neuer Klinikdirektor von Vitos Rheingau zieht erste Bilanz

Datum:
Fachbereich:
Erwachsenenpsychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Rheingau gGmbH

Nach 100 Tagen im Amt blickt Prof. Dr. Dieter F. Braus auf die erste Zeit zurück

Etwas mehr als 100 Tage ist es nun her, dass Prof. Dr. Dieter F. Braus seinen ersten, offiziellen Arbeitstag als neuer Klinikdirektor der Vitos Klinik Eichberg und gleichzeitig Ärztlicher Direktor des Vitos Klinikums Eichberg am 1. April 2021 antrat. Seitdem ist vieles passiert, manches auf die Spur gebracht worden und anderes ist noch auf der To-Do-Liste hinzugekommen. Welche Themen und Projekte das sind, erläutert Braus im Interview.

Prof. Braus, Sie sind jetzt für einen rein psychiatrischen Dienstleister mit über 200 Jahren Unternehmensgeschichte tätig. Was schätzen Sie an Ihrer neuen Wirkungsstätte und womit wurden Sie überrascht?

Ich schätze das Konstruktive, Lösungsorientierte im Umgang, das freundliche Miteinander und die traumhafte Landschaft hier im Rheingau. Überrascht wurde ich im nicht-medizinischen Bereich von der Qualität und Unkompliziertheit der Bauabteilung, der Wirtschaftsabteilung oder des Transportdienstes. Im medizinischen Bereich von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in der Pflege, die trotz teilweise herausfordernder Umstände in den letzten Jahren die schwer kranken Patientinnen und Patienten mit einem guten Gefühl und hoher Qualität für Psychiatrie 24/7 versorgt haben.

Sie hatten Ihren Dienstbeginn in einer Zeit des großen Wandels. Wie lautet Ihr Fazit nach 100 Tagen im Amt?

Meine Stellvertreterin, Dr. Julia Reiff und ich haben eine große Aufgabe vor uns, um den „alten, ursprünglich schön geschliffenen Diamanten“, der in den letzten Jahren ein wenig an Glanz verloren hat, wieder überregional zum Strahlen zu verhelfen. Wir können das nur als Team gemeinsam schaffen. Es muss dabei auch wieder gelacht werden. Wir brauchen Humor, müssen kräftig ausmisten: im Kopf und in den Räumen. Manche Veränderung wird bei diesem Transformationsprozess auch wehtun. Prozesse gilt es neu zu denken, Bewährtes zu pflegen, aber alte Gewohnheiten zu überdenken, um zu noch besserer Qualität zu gelangen.

Gibt es etwas, das Sie in den ersten 100 Tagen noch nicht geschafft haben, weil Ihnen die Pandemie einen „Strich durch die Rechnung“ gemacht hat?

Der Versorgungsbedarf im stationären Bereich beschäftigt mich jeden Tag – dieser Spagat zwischen Hygiene-Auflagen und räumlicher Gegebenheit – im Herbst letzten Jahres dachte ich, dass wir die Pandemie bis zum März 2021 in Griff bekommen und wir dann im April hier vor Ort durchstarten können. Und nun droht uns auch noch eine vierte Welle im Herbst.

Was haben Sie als erstes angepackt? 

Das Projekt „Vereinfachen, Verkürzen, Vereinheitlichen“ wurde gestartet, das ist ein Mega-Projekt hier auf dem Berg.

Gleichzeitig wurde das Projekt Vitos Behandlung Zuhause konzipiert und ist inzwischen als Pilot umgesetzt. Auch der wöchentliche Medikamenten-Interaktions-Check mit unserer Apothekerin, Frau Dr. Reißner und unserer Internistin, Frau Thume. Elektrokonvulsions-Behandlung wurde mit Dr. Mahabadi konzipiert und startet hoffentlich zum 1. August.

Neue Sequenzen bei der MRT-Bildgebung mit speziellen Zusatzuntersuchungen sind nun möglich, Schlafscreening machen wir neu, ebenso wie wieder Liquor-Untersuchungen und auch schnellere PCR-Testung. EEG (Elektroenzephalografie) gibt es wieder, ebenso wie ein neues Notfalllabor vor Ort. Und auch die Neuropsychologie wurde neu aufgesetzt.

Und unsere Imagekampagne: Fotoshooting mit Unternehmenskommunikation, wir haben sieben Fachartikel geschrieben, die noch im Juli im Springerverlag veröffentlicht werden, um für Vitos Eichberg zu werben, und PsychiatrieLive wurde ins Leben gerufen, drei wissenschaftliche Sendungen mit mehreren tausenden Abrufen waren das vor der Sommerpause.

Welche neuen Therapieangebote planen Sie noch in 2021 umzusetzen?   

Naturheilkundliche Angebote werden verstärkt, wie z.B. Lichttherapie ab Herbst auf unserer Station E12 und der therapeutische Spaziergang auf allen Stationen und jeden Tag. Neue Verfahren, wie Virtual Reality (VR) werden wir Ende des Jahres etablieren, E-Mental Health konsequent ausbauen, um einiges zu nennen. Auch die Theatertherapie ist schon neu etabliert.

Werden neue Stationen und Bereiche eröffnet?

Zwei neue Vitos-Therapiezentren gehen in den nächsten 12 Monaten an den Start: Hagenauerstraße in Wiesbaden-Biebrich und Erbacherstraße in Eltville. Und als Großprojekt die Konzeption des Neubaus und die Renovierung des Beamtenhauses.

Und wo möchten Sie in den nächsten 100 Tagen stehen?

Die angestoßenen Projekte haben sich konsolidiert bzw. laufen besser, wir können mit den Nutzern die ersten Pläne für den Neubau optimieren, StäB läuft mit fünf Patienten, wir finden noch Fachpersonal – Ärzte und Pflege – das wäre gut.

Verraten Sie auch etwas über Ihre Hobbys und Freizeitbeschäftigungen?

Wenn ich ehrlich bin, habe ich seit September 2020 meine ganze Kraft in das Projekt „Vitos Eichberg 3.0“ gesteckt. Aber ich werde wieder Reisen, mich mit Kunst beschäftigen, Vernissagen besuchen, mal wieder in Hamburg ins Ballett von John Neumeier gehen, ein Buch lesen und mich wieder intensiver mit meinem Lieblingsorgan, dem „Gehirn“ beschäftigen. Im Moment reicht es nur zum Fahrradfahren im Rheingau.  

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