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Vitos Rheingau veröffentlicht Forschungsbericht zum Kalmenhof-Krankenhaus auf Unternehmens-Website

Datum:
Fachbereich:
Fachbereichsübergreifend
Gesellschaft:
Vitos Rheingau gGmbH

Vitos Rheingau veröffentlicht den Forschungsbericht zum Kalmenhof-Krankenhaus auf der Unternehmens-Website. Er steht Interessierten unter dem Menüpunkt Historie ab sofort zur Verfügung.

Er steht Interessierten unter dem Menüpunkt Historie ab sofort zur Verfügung. "Wir möchten insbesondere den Bürgern und Bürgerinnen der Stadt Idstein die Möglichkeit bieten, sich über die Ergebnisse unseres Forschungsauftrags zu informieren“, sagt Servet Dag, Geschäftsführer von Vitos Rheingau. „Denn auch wenn vieles schon vorher bekannt war, so ist dieser Bericht die aktuellste Zusammenfassung der Kenntnislage.“

Der Historiker Dr. Harald Jenner und der Kulturwissenschaftler Christoph Schneider hatten von Januar bis Juni 2018 die vorliegenden Quellen gesichtet und verfügbare Zeitzeugen befragt, insbesondere zu der ersten großen Bestandsaufnahme zum Kalmenhof in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. Im Zentrum ihrer Untersuchung stand die Frage nach der genauen Lage der Gräberfelder des „Kalmenhof-Friedhofs“ und die Frage, in welchen Räumlichkeiten genau sich die „Kinderfachabteilung“ befand. Im Rahmen des Projekts wurden auch die Zeugenaussagen während der Kalmenhofprozesse nach 1945 gesichtet. Insgesamt entstand so ein differenziertes und in Details auch modifiziertes Bild des Mordgeschehens im Kalmenhof-Krankenhaus und des Umgangs mit den Leichnamen der Ermordeten.

Hintergrundinformation
Das in den zwanziger Jahren des vorigen Jahrhunderts als Isolierstation für die Behinderteneinrichtung Kalmenhof erbaute „Kalmenhof-Krankenhaus“ wurde unter der nationalsozialistischen Diktatur als so genannte Kinderfachabteilung genutzt – ein Euphemismus für Krankenhausabteilungen, in denen behinderte oder psychisch kranke Kinder im Rahmen des „Euthanasie“-Programms der Nationalsozialisten ermordet wurden. Zwischen 1941 und 1945 starben im Kalmenhof rund 700 Kinder. Für die im Kalmenhof ermordeten oder zur Tötung in die Gasmordanstalt Hadamar gebrachten Männer, Frauen und Kinder errichtete der Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) 1987 hinter dem Krankenhausgebäude eine Gedenkstätte. Das Grundstück der Gedenkstätte ist und bleibt im Besitz des LWV.

Das ehemalige Krankenhausgebäude in Idstein wurde ab 1969 als erste kinder- und jugendpsychiatrische Klinik Hessens genutzt. Sie zog 1974 in einen Neubau auf dem Eichberggelände in Eltville um; eine Station blieb in Idstein vor Ort. Im Zuge der Umwandlung der Eigenbetriebe des Landeswohlfahrtsverbandes in gemeinnützige Gesellschaften mbH im Jahr 2007 wurde die Immobilie am Veitenmühlberg auf Vitos Rheingau übertragen. Kurze Zeit später zog die kinder- und jugendpsychiatrische Behandlungseinheit in die Robert-Koch-Straße, wo sie sich ein Gebäude mit der Heliosklinik teilt. Das ehemalige Krankenhausgebäude steht seither leer und wurde bereits wiederholt durch Vandalismus beschädigt.

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