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Was ist eine Adoleszentenstation?

Längst nicht mehr Kind, aber auch noch nicht erwachsen: Heranwachsende, die psychisch erkranken, fallen nicht selten aus den etablierten Versorgungsstrukturen heraus. Für eine Behandlung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sind sie zu selbstständig, trotzdem benötigen sie häufig ein hohes Maß an Unterstützung und Fürsorge. Vitos Riedstadt hat deshalb mit der Adoleszentenstation ein spezielles Angebot für Heranwachsende geschaffen.

Hier haben wir für Sie einige Informationen rund um das Angebot zusammen gestellt.

Warum gibt es ein spezielles Angebot für Adoleszente?

Sind psychisch kranke Heranwachsende volljährig, werden sie zumeist in der Erwachsenenpsychiatrie behandelt. Manche Patienten benötigen in diesem Alter aber noch eine intensivere Betreuung, die ihnen ein höheres Maß an Unterstützung und Fürsorge bietet. Das Angebot soll einen geeigneten Übergang zwischen Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie schaffen.

Was bietet die Adoleszentenstation?

Die neue Station bietet den jungen Erwachsenen mehr Anleitung und Orientierung, als das in der Erwachsenenpsychiatrie üblich wäre. Die Entwicklung schulischer und beruflicher Perspektiven hat zudem einen hohen Stellenwert. Deshalb gibt es unter anderem eine enge Zusammenarbeit mit der Peter-Härtling-Schule, der Schule für Kranke auf dem Gelände von Vitos Riedstadt. Im Gegensatz zur Kinder- und Jugendpsychiatrie wird von den Patienten allerdings mehr Eigenständigkeit gefordert.

Welche Patienten können behandelt werden?

Grundsätzlich ist die Aufnahme auf der Station unabhängig vom Krankheitsbild, das die jungen Patienten mitbringen. Lediglich wenn eine Suchterkrankung im Vordergrund steht, ist die Behandlung auf der Station nicht möglich. Das Einzugsgebiet umfasst fünf südhessische Landkreise.

Wer behandelt die Patienten?

In die Behandlung der Patienten sind Ärzte, Psychologen, Sozialpädagogen, Ergo- und Bewegungstherapeuten, Pfleger und Erzieher eingebunden. Die Fachkräfte bringen teilweise Erfahrung aus der Kinder- und Jugendpsychiatrie mit, teilweise aus der Erwachsenenpsychiatrie.

Besonderheiten der Adolezentenstation

Die Adoleszentenstation ist ein klinikübergreifendes Kooperationsprojekt der Kinder- und Jugendpsychiatrie und der Erwachsenenpsychiatrie. Auf der Station werden junge Erwachsene im Alter von 16 bis 25 Jahren unter besonderer Berücksichtigung der spezifischen Entwicklungsaufgaben in der Adoleszenz behandelt. Wir bieten vollstationäre, tagesklinische und ambulante Akutversorgung auf 20 Behandlungsplätzen an.

Jugendliche und junge Erwachsene erhalten in der psychiatrischen Versorgung häufig ungenügende oder nicht auf sie ausgerichtete Angebote. Ihre spezifischen Bedürfnisse nimmt die Adoleszentenstation in den Fokus und richtet sich dabei an Jugendliche, die bei psychischen Erkrankungen eine spezifische Begleitung in das Erwachsenenalter benötigen. Ebenso behandeln wir junge Erwachsene, die zwar formal die Volljährigkeit erreicht haben, bei denen jedoch noch erheblicher Unterstützungsbedarf vorliegt.

Behandelt werden psychische Störungen aus dem gesamten Spektrum psychiatrischer Erkrankungen wie z.B. affektive Störungen, Angststörungen, Essstörungen, neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen, Suchterkrankungen oder Persönlichkeitsstörungen.

Der Behandlung liegt ein integratives multimodales Modell mit tiefenpsychologischen, kognitiv-verhaltenstherapeutischen und systemischen Anteilen zugrunde. Ein Schwerpunkt liegt auch in der persönlichen und schulischen oder beruflichen Perspektivfindung der Adoleszenten.

Jedem Patienten werden im Rahmen der Bezugspflege Bezugspersonen aus dem Pflege- und Erzieherdienst sowie ärztlich-therapeutische Behandler zugeteilt. Individuelle Behandlungsansätze unter Einbezug der Angehörigen unterstützt die psychische Stabilisierung und Verselbstständigung. Perspektivfindung unter Nutzung unserer Schule für Kranke und arbeitstherapeutische Maßnahmen sind weitere Schwerpunkte. Darüber hinaus pflegen wir je nach Indikation eine enge Kooperation mit anderen Institutionen und Helfersystemen (Schule, Jugendamt, Agentur für Arbeit…).

Auf der Adoleszentenstation arbeitet ein Team aus Ärzten, Psychologen, Sozialpädagogen, Ergotherapeuten, Motologen  sowie Pflegefachkräfte  und Erzieher.

Zeitnah nach der Aufnahme wird mit jedem Patienten ein individueller Behandlungsplan erstellt. In regelmäßigen Therapiekonferenzen werden die Behandlungsfortschritte evaluiert.

Therapeutische Angebote

Milieutherapie, Bezugspflege, Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Psychoedukationsgruppe, Ergotherapie/Kreativgruppe, Sport- und Bewegungstherapie, Soziales Kompetenztraining, Fertigkeitentraining/Skillstraining, Achtsamkeitsarbeit, Therapeutisches Bogenschießen, Klangschalentherapie, Sozialberatung, Kochgruppe, Therapiefahrten, Angehörigenarbeit

Kontakt

Bei Fragen zu Aufnahme, Behandlung und Aufenthalt in unseren Einrichtungen oder bei sonstigen Anliegen helfen wir Ihnen gern weiter. Im Notfall sind wir rund um die Uhr telefonisch für Sie erreichbar.

Eine Übersicht weiterer Ansprechpartner der Vitos Riedstadt gGmbH finden Sie auf der Seite Kontakt und Anfahrt.

Kontakt Vitos Klinikum Riedstadt

Adoleszentenstation

Aufnahmesekretariat Adoleszentenstation

Telefon:
0 61 58 ‐ 18 33 50
E-Mail:
VT-RIED-KJP-Aufnahmeanfrage(at)vitos-riedstadt.de
Blog

"Wir müssen Heranwachsende anders behandeln"

Vitos Riedstadt hat im September 2019 die Adoleszentenstation eingerichtet, um die Behandlung Heranwachsender zu verbessern. PD. Dr. med. Harald Scherk, Klinikdirektor des Vitos Philippshospitals Riedstadt, und Dr. med. Annette Duve, Klinikdirektorin der Vitos Klinik Hofheim in Riedstadt, stellen ihr Konzept zur Behandlung heranwachsender Patienten vor.

Downloads der Vitos Klinik Hofheim

Gesellschaft:
Vitos Riedstadt gGmbH
Fachbereich:
Erwachsenenpsychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie

Vitos Klinikum Riedstadt - Adoleszentenstation

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