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Bericht im Forensikbeirat: Klinik sucht neue Mitarbeiter für Erweiterung

Datum:
Fachbereich:
Forensische Psychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Riedstadt gGmbH

Nachdem die letzte Sitzung des Forensikbeirats noch coronabedingt abgesagt werden musste, informierte sich der Forensikbeirat der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt nun in einer virtuellen Sitzung über die aktuelle Situation der Klinik. In seiner Funktion als Mittler zwischen der Bevölkerung und der Klinik und leistet der Forensikbeirat einen wichtigen Beitrag zur Akzeptanz und Integration psychisch kranker Rechtsbrecher. Neben dem Bericht des Ärztlichen Direktors, Walter Schmidbauer, war der Fortschritt des Erweiterungsbaus der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt ein Anliegen der Mitglieder.

Nach der Bürgerinformationsveranstaltung hatten Mitte November 2019 die ersten Maßnahmen begonnen (Rück- und Umbau der bestehenden Zaunanlage, Aufstellung des Bauzauns sowie erste Erdarbeiten für den Erweiterungsbau). Auch im weiteren Verlauf gingen die Bauarbeiten – trotz der Corona-Pandemie – sehr gut voran, so dass bereits im Sommer dieses Jahres der Rohbau fertiggestellt werden konnte. Da die Bauwirtschaft noch immer „überhitzt“ ist, rechnen die Verantwortlichen teilweise mit Preissteigerungen. Sie planen jedoch weiterhin mit der Fertigstellung im Sommer 2021.

Bereits jetzt beginnt die Klinik intensiv mit der Personalsuche. Sowohl im pflegerischen als auch im ärztlichen Bereich werden einige neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eingestellt. Vitos Riedstadt stellt sich aktuell im Personalmarketing neu auf, um neue Fachkräfte zu gewinnen. „Das Thema der Personalgewinnung und -bindung beschäftigt uns derzeit nicht nur in der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt“, berichtet Ralf Schulz, Geschäftsführer von Vitos Riedstadt. Er ergänzt: „Vitos ist ein attraktiver Arbeitgeber, der seinen Mitarbeiter viele Vorteile bietet. Das müssen wir auch nach außen sichtbar machen.“

Fünf Entlassungen nach erfolgreicher Erprobung

Der Ärztliche Direktor, Walter Schmidbauer, berichtet von drei besonderen Ereignissen in diesem Jahr. So entwich ein Patient während eines personalbegleiteten Geländeausgangs. Er wurde jedoch von Klinikmitarbeitern im Nachbarort schnell wieder aufgegriffen und in die Klinik zurückgebracht. Zwei weitere Patienten verstießen während ihrer Entlassungserprobungen wiederholt gegen gerichtliche Weisungen, so dass die Entlassungserprobung abgebrochen wurde und sie sich wieder in der Klinik befinden. Dahingegen konnten in diesem Jahr fünf Patient/-innen nach erfolgreicher Erprobung entlassen werden. Aktuell befinden sich mehr als zwei Drittel der Patienten in Lockerungsstufen, die personalbegleitete oder unbegleitete Ausgänge erlauben.

Unverändert angespannt bleibt die Belegungssituation im hessischen Maßregelvollzug. In Abstimmung mit der Fachaufsicht, dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration (HMSI), wird derzeit im Bestand umgebaut und somit die Kapazität kurzfristig erhöht. Zudem werden weitere Möglichkeiten auf dem Gelände von Vitos Riedstadt erörtert und geprüft, um bis zur Eröffnung des Erweiterungsbaus weitere Patienten aufnehmen zu können. In Räumlichkeiten außerhalb der forensischen Klinik könnten dann Patienten mit geringem behandlungsbedarf bzw. solche, die üblicherweise in einem Heimkontext leben würden, für die es jedoch aufgrund der aktuellen Situation keine Plätze gibt, untergebracht werden.

Bereits bei der ursprünglichen Planung für die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt hatte das Hessische Ministerium für Soziales und Integration (HMSI) maximal 162 Behandlungsplätze für die Klinik genehmigt. Diese Plätze wurde damals auch vertraglich in einer Vereinbarung mit der Stadt Riedstadt festgehalten. Nachdem Vitos Riedstadt im ersten Bauabschnitt lediglich 92 dieser Behandlungsplätze realisiert hatte, wurde für den mit 54 Betten verteilt auf drei Stationen geplanten Erweiterungsbau die Machbarkeit einer zusätzlichen vierten Station geprüft. Dies erschien aus baurechtlicher und baufachlicher Sicht jedoch nur mit unverhältnismäßig hohem Aufwand möglich, sodass vom Bau einer weiteren Station abgesehen wurde. Für die übrigen 16 genehmigten Behandlungsplätze gab es bisher noch keine Planungen. Gemeinsam mit dem HMSI hat Vitos die Entwicklung im hessischen Maßregelvollzug beobachtet und gemeinsam entschieden, mit der Schaffung eines zusätzlichen Versorgungsangebotes auf die konstant hohe Belegung zu reagieren.

Die aktuelle Situation während der Corona-Pandemie

Zahlreiche Patientinnen und Patienten der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie gehören zu der Risikogruppe hinsichtlich einer COVID-19-Erkrankung. Aufgrund der ansteigenden Infektionszahlen Anfang März 2020, hatte sich die Leitung dazu entschlossen, die Klinik weitestgehend zu isolieren. So fanden Außenaktivitäten bis Juni ausschließlich in Personalbegleitung statt. Externe Tätigkeiten wurden temporär ausgesetzt und die Tagesstätten und Werkstätten für behinderte Menschen haben ihrerseits selbst geschlossen. Stattdessen wurden die Patienten in die hausinterne Ergotherapie integriert.

Nachdem während der Sommermonate individuelle Außenaktivitäten und die externen Beschäftigungsmaßnahmen unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen wieder erfolgen konnten, sondert sich die Klinik seit Ende Oktober erneut ab. Lediglich die Patienten, die eine externe Beschäftigung auf dem ersten Arbeitsmarkt haben, können ihrer Tätigkeit weiter nachgehen.

Lediglich bei einem Patienten wurde Ende Oktober 2020 eine SARS-CoV-2-Infektion festgestellt. Die betroffene Station wurde umgehend komplett isoliert, so dass bislang ein Übertreten von SARS-CoV-19-Infektionen auf weitere Patienten verhindert werden konnte. Auch die Entlassungsvorbereitungen konnten aufgrund des strikten Isolationskurses der Klinik aufrechterhalten werden.

 

 

Hintergrund zur Vitos Riedstadt

Die Vitos Riedstadt gemeinnützige GmbH ist Trägerin des Vitos Klinikums Riedstadt, der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt, der Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste Riedstadt und der Vitos Schule für Gesundheitsberufe Riedstadt. Vitos Riedstadt beschäftigt etwa 960 Mitarbeiter.

 

Das Vitos Klinikum Riedstadt mit den Fachkliniken für Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie für Erwachsenenpsychiatrie verfügt über 274 Betten und 75 tagesklinische Plätze. Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt verfügt über 92 Plätze für psychisch kranke Rechtsbrecher. Die Begleitenden psychiatrischen Dienste Riedstadt bieten 113 Plätze und versorgen chronisch psychisch kranke Menschen mit Wohn-, Arbeits- und Freizeitangeboten.

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