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Fast 70 Neueinstellungen in der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt

Datum:
Fachbereich:
Forensische Psychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Südhessen gGmbH

Der Forensikbeirat der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt kam zur ersten Sitzung des Jahres zusammen. Die Mitglieder informierten sich über aktuelle Entwicklungen der Klinik.

Pandemiebedingte Einschränkungen

Thematisiert wurden unter anderem die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie verzeichnet die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt, trotz aller Vorsichtmaßnahmen und strikten Hygieneregeln, seit etwa drei Wochen eine größere Zahl an Infektionsausbrüchen. Sowohl Patienten als auch Mitarbeiter sind hiervon betroffen.

Die erkrankten Patienten weisen größtenteils einen milden Verlauf mit geringen Symptomen auf und befinden sich zurzeit in Isolation. Die Personalausfälle konnten bislang hausintern gut kompensiert werden. Jedoch mussten stationsübergreifende Aktivitäten wie Ergotherapie, Sport oder gemeinschaftlicher Hofgang eingestellt werden oder können ausschließlich auf Station stattfinden. Bereits im November mussten externe Beschäftigungsmaßnahmen aufgrund der hohen Infektionszahlen erneut eingestellt werden. Sobald das Infektionsgeschehen es wieder zulässt, können auch diese Tätigkeiten wiederaufgenommen werden.

Erweiterungsbau vollständig belegt

Im Ende August 2021 offiziell eröffneten Erweiterungsbau sind mittlerweile alle drei hinzugewonnenen Stationen mit Patient/-innen belegt. Hierbei wurden die Kapazitäten zunächst um eine Station (18 Betten) ausgebaut. Die anderen beiden Stationen sind zwecks Renovierungsarbeiten der ursprünglichen Räume aus dem Bestandsgebäude umgezogen. Aufgrund des hohen Belegungsdrucks im hessischen Maßregelvollzug sind entgegen der ursprünglichen Planungen auf diesen Stationen zwischenzeitlich zwölf zusätzliche Plätze in Betrieb. Somit betreibt die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt aktuell 132 Betten.

Planmäßig sollen die Renovierungsarbeiten im Sommer 2022 abgeschlossen sein. Spätestens zu diesem Zeitpunkt sollen die übrigen 24 Plätze mit Patienten belegt werden. Dies ist jedoch maßgeblich abhängig von einer erfolgreichen Personalakquise, insbesondere in der Pflege. „Der enorme Belegungsdruck führt uns immer wieder an unsere Kapazitätsgrenzen. Zusätzliche Betten können wir aber nur in Betrieb nehmen, wenn wir ausreichend Personal haben“, beschreibt Walter Schmidbauer, Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt, die aktuelle Situation. Zusätzlich zum Stellenausbau müssten während der kommenden Jahre zahlreiche Renteneintritte kompensiert werden. „Im Zeitraum von einem Jahr haben wir in der Klinik fast 70 Mitarbeiter/-innen neu eingestellt. Das bestätigt uns ein grundsätzlich hohes Interesse an der Arbeit in der Klinik und dass wir ein attraktiver Arbeitgeber sind“, bestätigt Wolfgang Gunold, Pflegedirektor der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hervorragend ausgebildet, haben meist langjährige Erfahrungen und leisten tagtäglich ausgezeichnete Arbeit. Der Zusammenhalt in den multiprofessionellen Teams ist unfassbar stark“, dankt Gunold seinen Kolleg/-innen für ihren Einsatz.

Arbeiten in der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt

Durch eine Fokussierung auf negative Nachrichten aus dem Maßregelvollzug entsteht oftmals ein falsches und schlechtes Image in der Öffentlichkeit. Insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt empfinden dies als belstand. „Ich wünsche mir, dass positiver über die Forensik gesprochen wird. Dafür sollten wir uns auf die guten Dinge fokussieren, die es hier zuhauf gibt“, bestätigt Stationsleiter Fabian Vock und ergänzt: „Eigentlich sollte es das Ziel sein, dass die Forensik in der Öffentlichkeit so dargestellt wird, dass viele Fachkräfte Lust bekommen, hier zu arbeiten. Nur dann können die Herausforderungen, die es hier natürlich auch gibt, nachhaltig gelöst werden.“

Insbesondere in der forensischen Psychiatrie spielt die Aufklärung der Öffentlichkeit eine wichtige Rolle. Daher betreibt Vitos schon seit Jahren eine transparente Kommunikation. Ein Instrument hierzu ist der Forensikbeirat. Dessen Ziel ist die Förderung des Verständnisses und der gesellschaftlichen Akzeptanz des Maßregelvollzugs. Die Mitglieder sollen als Mittler zwischen der Klinik und der Öffentlichkeit fungieren und über Hintergründe und die Arbeit in der Klinik verständlich informieren. Hierzu zählt auch, die wenigen negativen Vorkommnisse ins rechte Licht zu rücken und Vorurteile abzubauen.

Patientenübergriff im Januar

Anfang Januar hat ein Patient trotz aller Sicherheitsmaßnahmen eine Mitarbeiterin unvorhersehbar angegriffen und schwer verletzt. In der Geschichte des Hessischen Maßregelvollzuges ist dieses Ereignis in Bezug auf die Art und die Vorgehensweise einmalig. Es handelt sich um den bislang schwersten Übergriff auf das Klinikpersonal seit Gründung der Kliniken für forensische Psychiatrie 1977. Übergriffe von Patienten auf das Personal kommen zwar durchaus vor. Die Mitarbeiter/-innen können ihr Verhalten in der Regel jedoch gut auf ihre Patienten einstellen, da sie deren Hintergründe, Vorgeschichten und Aktenlage im Detail kennen.

Die Klinikleitung steht regelmäßig im persönlichen Austausch mit der betroffenen Mitarbeiterin. Allen an dem Vorfall beteiligten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wurden unmittelbar nach dem Ereignis Unterstützungsangebote unterbreitet: Ersthelferkonzept, psychologische Betreuung durch die Unfallkasse Hessen und hausinterne Supervision. Auch die Kolleginnen und Kollegen der Vitos psychiatrischen Ambulanz Riedstadt haben ihre Unterstützung angeboten.

Mittlerweile sind die meisten Mitarbeiter wieder in den Dienst zurückgekehrt. Gunold betont: „Selbstverständlich macht mich dieser Vorfall nach wie vor extrem betroffen. Man darf daraus aber nicht den Rückschluss ziehen, dass das Arbeiten bei uns per se gefährlich sei.“ Alle Mitarbeiter sind in Deeskalationstechniken geschult und werden stetig weiter fortgebildet. Sie werden in strukturierter Risikoeinschätzung der Patienten geschult und wenden diese bei der Behandlungsplanung regelmäßig an.

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