© Vitos(v.l.n.r.: Prof. Dr. med. Joraschky, Prof. Dr. med. Thomas Rechlin, Prof. Dr. med. Claus und Prof. Dr. med. Kaschka)
Heppenheim, 23. April 2025 – Anlässlich seines 65. Geburtstags lud Prof. Dr. med. Thomas Rechlin, Ärztlicher Direktor des Vitos Klinikums Heppenheim, vergangene Woche zu einem Symposium ein. Bei dem „nervenärztlichen Nachmittag“ mit inspirierenden und unterhaltsamen Vorträgen standen prägende Begegnungen und das Wirken von Professor Rechlin in der Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie im Fokus.
Die Referenten des Symposiums waren keine Geringeren als jene Kollegen, die Thomas Rechlin auf seinem beruflichen Weg bis zu seiner fachärztlichen Ausbildung und danach an der Universität Erlangen-Nürnberg geprägt und begleitet haben. In ihren Beiträgen spannten Prof. Dr. med. Detlef Claus, Prof. Dr. med. Peter Joraschky, und Prof. Dr. med. Wolfgang Kaschka den Bogen von Entwicklungsepisoden der Psychosomatik bis hin zu der Frage, was Psychiatrie mit der Suche nach dem Glück zu tun hat. Damit sorgten die drei Referenten nicht nur für einige Schmunzler im gut gefüllten Konferenzraum, sondern warfen auch ein Licht auf Professor Rechlins breit gefächerte wissenschaftliche Interessen und sein herausragendes Engagement in der nervenärztlichen Versorgung.
Karriereweg mit Verantwortung in Klinik und Hörsaal
Geboren am 19. April 1960 in Bochum, studierte Thomas Rechlin Humanmedizin an der Ruhr-Universität Bochum, wo er im April 1987 zum Doktor der Medizin über das Thema „Antipsychiatrie“ unter seinem Doktorvater Prof. Dr. J. Vliegen promovierte. Seine ärztliche Laufbahn begann er als Assistenzarzt und wissenschaftlicher Assistent an der Universität Erlangen-Nürnberg. Dort erhielt er 1992 die Anerkennung als Facharzt für Neurologie und Psychiatrie. Bereits zwei Jahre später übernahm er als Leitender Oberarzt Verantwortung in der Psychosomatischen Abteilung der Universität Erlangen-Nürnberg. Im Jahr 1995 habilitierte er an der Hohen Medizinischen Fakultät der Universität Erlangen-Nürnberg für die Fächer Psychiatrie und Psychotherapie. Im selben Jahr wurde Professor Rechlin der bedeutende Hans-Jörg Weitbrecht-Preis in Anerkennung von grundlegenden Arbeiten auf dem Gebiet der biologisch-klinischen Psychosenforschung verliehen.
1997 folgte die Anerkennung zum Arzt für Psychotherapeutische Medizin. Anschließend war er als stellvertretender Chefarzt der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie am Zentrum für Psychiatrie Weinsberg tätig. In den Jahren 1999 bis 2012 übernahm Professor Rechlin als Chefarzt die Leitung der Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am Kreiskrankenhaus Rendsburg. Dort etablierte er das regionale Psychiatriebudget als Modellprojekt. Zudem war er zur gleichen Zeit Chefarzt, seit 2006 Ärztlicher Direktor, der Stiftung Diakoniewerk Kropp.
Neben seinen ärztlichen Tätigkeiten ist Prof. Rechlin als engagierter Hochschuldozent im Einsatz. An der Universität Erlangen-Nürnberg bildet und prägt er bis heute zahlreiche Studierende in Psychiatrie und Psychotherapie.
Erfolgreiche Klinikleitung und innovative Behandlungsmethoden in Heppenheim
Seit Januar 2013 leitet Prof. Rechlin als ärztlicher Direktor das Vitos Klinikum Heppenheim mit den beiden Fachklinken für Psychiatrie und Psychotherapie sowie für Psychosomatik. Das Klinikum, zu dem auch die Ambulanzen und Tageskliniken in Bensheim, Heppenheim und Lampertheim zählen, hat sich unter seiner Führung sowohl medizinisch als auch wirtschaftlich gut entwickelt.
Die Arbeits- und Forschungsschwerpunkte von Prof. Rechlin liegen auf den affektiven Erkrankungen, den neuropsychiatrischen Störungen und der Gerontopsychiatrie. Besonderes Interesse hat er für die Anwendung von Hirn-Stimulationsverfahren in der Psychiatrie und Neurologie. Daraus folgend hat er das Stimulationszentrum im Heppenheimer Klinikum gegründet, wo Patient/-innen mit einem schweren depressiven Syndrom und anderen schweren psychiatrischen Erkrankungen mit (Hirn-)Stimulationsverfahren erfolgreich behandelt werden.
Das Geburtstagssymposium würdigte nicht nur das Lebenswerk, sondern auch das menschliche Engagement von Prof. Rechlin für seine Patientinnen und Patienten. Für ihn steht die Weiterentwicklung der individuellen, bedarfsgerechten psychiatrischen Versorgung in Südhessen auch in Zukunft an erster Stelle. Dabei setzt er sich dafür ein, das Motto von Martin Buber „Alles wirkliche Leben ist Begegnung“ im Umgang und der Behandlung mit psychisch kranken Menschen in den Mittelpunkt zu stellen. Prof. Dr. med. Thomas Rechlin betont: „In der Psychiatrie ist es wichtig eine unterstützende und respektvolle Umgebung für Betroffene zu schaffen. Es geht darum die Menschlichkeit in jeder Begegnung zu erkennen und zu fördern und das ärztliche Prinzip, die Sorge um den anderen Menschen und dessen Gesundheit, vor die ökonomischen Interessen zu stellen.“