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Neurologische Intensivstation stockt als tragende Säule der Intensivversorgung Betten auf

Datum:
Fachbereich:
Fachbereichsübergreifend
Gesellschaft:
Vitos Weil-Lahn gGmbH

Warum die Weilmünsterer Neurologie in der Corona-Krise so wichtig ist

Weilmünster, 25.03.2020 / Eine der größten neurologischen Akutkliniken Deutschlands liegt in Weilmünster: Die Vitos Klinik für Neurologie ist Teil des Vitos Klinikum Weil-Lahn. Als Fachklinik ist sie spezialisiert auf die Untersuchung und Behandlung von Schlaganfällen und entzündlichen Nervenerkrankungen. Warum auch sie als Fachklinik in der Corona-Krise eine besondere Rolle hat, erklären Klinikdirektor PD Dr. med. Christoph Best und Geschäftsführer Martin Engelhardt.

„Zu unserem Leistungsspektrum gehört eine hochspezialisierte Intensivstation. Diese mag in der öffentlichen Wahrnehmung nicht immer deutlich in Erscheinung treten, sie ist aber de facto eine Hochleistungsstation auf dem Niveau universitärer Intensivmedizin“, so PD Dr. med. Christoph Best.
Damit wird das Klinikum Weil-Lahn in zweierlei Hinsicht bei der zukünftigen Krisenbewältigung relevant. Es hat derzeit in Hadamar eine Pandemiestation ausgestattet, wie es für einen entsprechenden Katastrophenfall vorgesehen ist. Dort können infizierte Patienten unter entsprechenden Isolationsbedingungen aufgenommen und versorgt werden. Der zweite Versorgungsstrang betrifft die intensivmedizinische Versorgung in Weilmünster. Diese ist bekanntlich besonders wichtig, wenn es zu einem schweren Verlauf der COVID-19 Erkrankung kommt. Der Facharzt erläutert: „Daher stocken wir unsere Intensivkapazitäten auf. In ´normalen Zeiten´ hat die Intensivstation 14 Betten, nun sind es 21 Betten. Wir stehen mit den anderen Krankenhäusern in einem fachlichen Austausch und stimmen uns auch bezüglich der Intensivkapazitäten ab.“ Die Krankenhäuser in Limburg, Weilburg und Weilmünster stocken ihre Kapazitäten insgesamt deutlich auf. Für Geschäftsführer Engelhardt hat dies eine enorme Bedeutung: „Ganz konkret heißt das für die Menschen in der Region, dass es im Ernstfall eine Versorgung in ihrer Nähe gibt.“

19 Beatmungsplätze und qualifiziertes Personal

Die Ausstattung der Intensivstation mit modernen Überwachungsgeräten erlaubt der neurologischen Klinik eine kontinuierliche Registrierung von Herztätigkeit, Atmung, Blutdruck, Hirnstromkurven, Hirndruck und anderen Körperfunktionen. Auch spezielle Therapieverfahren, wie die Hypothermie (Absenkungen der Körpertemperatur) oder Plasmapherese (Austausch von Blutplasma) sowie die Dialyse (Nierenersatzbehandlung) sind möglich. Doch darauf liegt derzeit nicht der Fokus. Besonders bedeutend ist momentan die Möglichkeit zur maschinellen Beatmung. Dr. Best: „Wir können in Weilmünster 19 Patienten beatmen. Für genauso entscheidend halte ich aber, dass wir nicht nur über die Maschinen verfügen, sondern auch qualifiziertes Personal haben. Unsere Ärzte haben eine Zusatzausbildung und auch das Pflegepersonal ist für seine Aufgabe speziell geschult.“

Umso wichtiger ist es, dass auch in den nächsten Wochen genügend Personal zur Verfügung steht. Soweit möglich werden die Ressourcen geschont, um bei einer Verschärfung der Situation handlungsfähig zu bleiben. In der neurologischen Klinik werden daher beispielsweise die Arbeitsschichten der Pflege angepasst, indem die Zeiten verlängert und mehrere feste Mannschaften gebildet werden. Neurologe Best erklärt; „Wir müssen so gut es geht vermeiden, dass mit einer Infektion ein ganzes Stationsteam außer Kraft gesetzt wird. Deshalb arbeiten wir in wechselnden Mannschaften so dass ein Team sofort durch ein anderes ersetzt werden kann.“

Alle ziehen an einem Strang

Schon die Vorbereitungen auf die Krisensituation verlangen von allen Mitarbeitenden viel ab. Sie tun ihr Mögliches, um die Versorgung auch dann sicherzustellen, wenn sich die Lage zuspitzt. „Menschen, die einen Beruf im Gesundheitsbereich wählen, bringen per se eine sehr hohe Einsatzbereitschaft mit“, ist sich Klinikdirektor Best bewusst. Geschäftsführer Engelhardt ergänzt: „Aber das ohnehin schon große Engagement unser Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird in diesen Zeiten noch übertroffen und es ist fantastisch zu sehen, wie alle an einem Strang ziehen.“
PD Dr. med. Best abschließend „Meiden Sie möglichst alle sozialen Kontakte! Wir, die Fachleute, sind für Sie in der Klinik vor Ort, wenn Sie uns brauchen - bitte bleiben Sie für uns zuhause!“

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