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Vitos Behindertenhilfe

25 Jahre Vitos Behindertenhilfe

2014 feierten die Vitos Behindertenhilfe ihr 25-jähriges Bestehen. Zeit für einen kurzen Rückblick.

Bis 1988 waren die psychiatrischen Krankenhäuser auch für die Versorgung der Menschen mit geistiger Behinderung zuständig, die in ganz Hessen aufgrund ihres besonderen Betreuungs- und Pflegebedürfnisses keinen Platz fanden. Weit verbreitet war die Auffassung, dass Menschen mit einer schweren geistigen Behinderung nur im klinischen Rahmen einer psychiatrischen Klinik angemessen gepflegt und betreut werden könnten.

Ein Bericht der vom Bundestag eingesetzten Psychiatrie-Enquete-Kommission, wies dagegen in die richtige Richtung: Menschen mit geistiger Behinderung sind keine „Krankenhausbehandlungsfälle“. Sie sollten nicht langfristig in einer psychiatrischen Klinik verweilen. Selbst bei schwersten Formen geistiger oder mehrfacher Behinderung sind sie in einem bestimmten Umfang bildungsfähig und wünschen sich ein Leben „so normal wie möglich“. Gleichzeitig sind sie auf individuelle Unterstützung, Pflege, Begleitung angewiesen.

Folgerichtig begann am 1. Januar 1989 die Enthospitalisierung von Menschen mit geistiger Behinderung. Die Bewohner der psychiatrischen Krankenhäusern des LWV Hessen zogen in Heilpädagogische Einrichtungen (heute: Behindertenhilfe).

Das setzte strukturell und fachlich einen enormen Innovationsschub für die Arbeit mit diesen Menschen frei. Die fachliche Zusammensetzung der Mitarbeiter wurde durch zusätzliche Berufsgruppen vielfältiger. Gemeinsam mit den erfahrenen Mitarbeitern planten sie moderne Betreuungs- und Wohnkonzepte. Vielerorts wurden Wohnhäuser in umliegenden Ortschaften angemietet oder neue gebaut.

Einen weiteren Schwerpunkt bildete bereits Anfang der 1990er Jahre der Aufbau eigener Tages(förder)stätten. Sie werden von Menschen in Anspruch genommen, die auf eine besondere heilpädagogische Förderung angewiesen sind, um ihre sozialen, emotionalen und kognitiven Kompetenzen zu steigern.

Dennoch sah das Konzept der regionalen Eingliederung zunächst vor, die Vitos Behindertenhilfe innerhalb von 10 bis 15 Jahren aufzulösen und ihre Bewohner in Einrichtungen freigemeinnütziger oder privater Träger ihrer Herkunftsregionen unterzubringen. Die Zahl derjenigen, die zurückgingen, war jedoch wesentlich geringer als prognostiziert. Gleichzeitig lagen durchgängig Aufnahmeanträge von schwierigen und intensiv zu betreuenden geistig behinderten Menschen vor, so dass an eine Auflösung der Einrichtungen nicht zu denken war. Das führten nach ausführlicher politischer Diskussion in der Verbandsversammlung des LWV Hessen 1996 schließlich zur Anerkennung der Vitos Heilpädagogischen Einrichtungen als Dauereinrichtungen.

Zum 1. Januar 2016 hat Vitos seine Behindertenhilfe in der Gesellschaft Vitos Teilhabe gebündelt. Diese bietet über 600 Menschen mit einer geistigen Behinderung stationäre, teilstationäre und ambulante Angebote. Die Werkstatt für behinderte Menschen in Idstein bietet ca. 90 Personen Beschäftigung in verschiedenen Aufgabengebieten. An allen ihren Standorten bietet die Vitos Behindertenhilfe ihren Bewohnern außerdem Angebote zur Gestaltung des Tages.

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