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Grundsteinlegung bei Vitos Heppenheim

04.05.2010

Foto: Grundsteinlegung Vitos Klinikum Heppenheim

Heute haben die Baubeteiligten in der Viernheimer Straße den Grundstein gelegt, wo in zwei Bauabschnitten der Klinikneubau entsteht.

„Hepprum Süd“, wie die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Heppenheim auch gerne genannt wird, ist bald Geschichte.

"Ich freue mich, dass der Neubau direkt neben dem Kreiskrankenhaus entsteht und einen Verbindungsgang haben wird. Steht dieser doch für die Verbundenheit der beiden Häuser und ihrer Hausherrn, die Teil einer kommunalen Familie sind. Wir wollen hier nicht nur die Klinik von nebenan sein, sondern echte, verlässliche Nachbarn, die sich so ergänzen, dass sie den Standort Heppenheim insgesamt stärken“, so Uwe Brückmann, LWV-Landesdirektor und Aufsichtsratsvorsitzender der Vitos GmbH.

„Wir suchen immer eine enge Verzahnung unserer psychiatrischen Krankenhäuser mit denen, die körperliche Erkrankungen behandeln. Das ist hier jetzt auch baulich gut gelungen. Patienten profitieren, wenn alle medizinischen Disziplinen zusammenarbeiten, der fachliche Austausch der Ärzte und des Behandlungsteams eng ist und sie, wie hier, über kurze Wege erreichbar sind. Werden körperlich und psychisch kranke Menschen an einem Ort behandelt, trägt das einmal mehr zur Entstigmatisierung der psychiatrischen Patienten bei“, ergänzt der Geschäftsführer der Vitos Holding, Reinhard Belling.

Bis heute entwickelte sich die „Anstalt“ hinter den alten Mauern zu einem modernen Fachkrankenhaus, aber der Zahn der Zeit hat am Gemäuer genagt. Im 1. Bauabschnitt werden jetzt 15,75 Mio. Euro investiert, die Teil des Zukunftsinvestitionsprogramms des Bundes sind. Die Kosten für den 2. Bauabschnitt werden auf 16,34 Mio. Euro geschätzt. Das Grundstück hat eine Größe von ca. 17.300 qm. Die Fertigstellung des 1. Bauabschnitts ist bis Ende 2011 geplant. Der Beginn des 2. Bauabschnitts soll im Anschluss daran erfolgen.

"Die räumliche Ausstattung der Patientenzimmer entspricht nicht mehr einer zeitgemäßen Hotelausstattung. Eine grundlegende Sanierung stünde jedoch in keinem finanziellen Verhältnis. Deshalb haben wir uns für einen Neubau entschieden. Das heißt: Hotelqualität für die Patienten, kurze Wege für das betreuende Personal und eine spürbare Energieeinsparung. Verbindet man das mit den qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, wird sich die Klinik am neuen alten Standort Heppenheim Wettbewerbsvorteile verschaffen", erklärt der Geschäftsführer der Vitos Heppenheim gemeinnützige GmbH, Siegfried Hüttenberger.

Gebäude
Der Neubau der Vitos Klinik am Standort Heppenheim wird auf dem Gelände des Kreiskrankenhauses Bergstraße abseits der Hauptgebäude Ludwigstraße, am südwestlichen Stadtrand von Heppenheim errichtet. Er soll in zwei Bauabschnitten durch zwei Funktionstrakte und einen zentralen Mittelbau, die stationäre Versorgung mit ca. 170 Betten zzgl. des neu hinzugekommenen Bereichs der Psychosomatik mit 20 Betten gewährleisten.

Das Erweiterungsgelände der Vitos Klinik grenzt im Südwesten an die Viernheimer Straße und im Norden an das Grundstück des Kreiskrankenhauses Bergstrasse. Im Nordosten schließt es an Parkanlagen des Bruchsees an, im Südosten an landwirtschaftlichen Nutzboden. Das neue Gebäude wird in rechteckiger Form errichtet, der im Süden mit einem angehängten zentralen Mittelbau in leichter Schräglage den 1. Bauabschnitt abschließt. Das Gebäude wird mit einem Verbindungsgang nach Norden auf Erdgeschossniveau erschlossen.

Nutzung
Der Neubau soll in den beiden geplanten Bauabschnitten durch zwei Funktionstrakte und einem zentralen Mittelbau die stationäre Versorgung mit insgesamt ca. 170 Betten verteilt auf acht Stationen, Notfallaufnahme, psychiatrische Ambulanz, Mutter-Kind-Station, Physiotherapie, Ergotherapie, zwei gerontopsychiatrische Stationen, zwei allgemeinpsychiatrische Stationen, zwei Stationen zur Suchtkrankenbehandlung und eine Psychotherapiestation erhalten. Neu hinzukommen 20 Betten für eine psychosomatische Behandlung.

Außenanlage
Gegenüber den linearen Architekturformen soll die geplante Außenanlage mit Grünelementen im Gesamteindruck eine auflockernde Wirkung erzielen. Aus den Innenräumen aller Geschosse sowie in alle Himmelsrichtungen soll der Bezug zum parkartigen Umfeld bzw. in die freie Landschaft hergestellt werden. Den Patienten und ihren Besuchern sollen viele Möglichkeiten zum Spazierengehen geboten werden. Dabei können die Freianlagen intensiv erlebt und der Kontakt zur gestalteten Natur hergestellt werden. Außerdem werden Verbindungen zu den bestehenden Parkwegen hergestellt, sodass sich ein erweitertes Parkwegesystem ergibt.

Bauausführende Firmen
2009 wurde mit dem auf Krankenhäuser spezialisierten Architektenbüro „WRL Architekten GmbH, Frankfurt“, ein Generalplanervertrag geschlossen. Im Planungsteam befinden sich derzeit acht Fachingenieurbüros. Die Rohbauarbeiten haben im März 2010 begonnen. In einer europaweiten Ausschreibung wurde der internationale Baukonzern Bilfinger und Berger Hochbau GmbH, Zweigniederlassung Rohbau Frankfurt, gewonnen.

HistorieDie Klinik im Süden Heppenheims wurde im Jahr 1866 als Irrenanstalt von Geheimrat Dr. Georg Ludwig gegründet. 1914 führte der erste Weltkrieg die Landesheilanstalt Heppenheim in eine schwere Krise. 1924 wurde in der Landesheil- und Pflegeanstalt mit der Ausbildung von Pflegern begonnen. Die Amerikaner besetzten 1945 Heppenheim und die Anstalt Heppenheim, die sie in dieser Zeit als Truppenunterkunft und Militärgefängnis nutzten. 1946 wird das Land Hessen Träger der Anstalt, bevor dann 1956 der neugegründete Landeswohlfahrtsverband Hessen die Trägerschaft übernimmt.