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Interdisziplinärer Austausch über forensische Psychiatrie und Rechtsmedizin

Datum:
Fachbereich:
Forensische Psychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Haina gGmbH

Die juristische Frühjahrstagung der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina ist beliebter Treffpunkt von Juristinnen und Juristen aus ganz Hessen. Sie nutzen die Gelegenheit zum interdisziplinären Austausch. Unter den Referenten waren in diesem Jahr einer der bekanntesten forensisch-psychiatrischen Gutachter Deutschlands sowie ein prominenter True-Crime-Podcaster.

© Vitos Haina
Dr. Sven Krimmer (links), Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina, und Justiziarin Karina Franz begrüßten bei der juristischen Frühjahrstagung die Referenten Prof. Dr. Henning Saß (Zweiter von rechts) und Prof. Dr. Marcel A. Verhoff.

„Ich freue mich, dass wieder rund 60 Interessierte meiner Einladung gefolgt sind und es gelungen ist, mit Prof. Dr. Henning Saß und Prof. Dr. Marcel A. Verhoff zwei hervorragende Referenten für unsere Frühjahrstagung zu gewinnen“, sagte Dr. Sven Krimmer, Ärztlicher Direktor der Vitos Klinik für forensische Psychiarie Haina.

Prof. Dr. Henning Saß informierte über die Verantwortlichkeit bei Wahn, Querulanz und Terrorismus aus forensisch-psychiatrischer Sicht und lieferte wichtige Erkenntnisse zur strafrechtlichen Verantwortlichkeit. Er ging dabei auch auf Ereignisse der jüngeren Vergangenheit wie den Anschlag in Hanau und die Attentate des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) ein, bei denen er selbst als Gutachter tätig gewesen war. Der emeritierte Professor zählt zu den bekanntesten forensisch-psychiatrischen Gutachtern in Deutschland.

Im Vortrag „Wie Obduktionen Leben retten“ berichtete Prof. Dr. Marcel A. Verhoff darüber, wie die Erkenntnisse über Todesursachen den Lebenden zu Nutze sein können. Als Beispiel nannte er COVID-19-Obduktionen. Durch sie wurden Gefäßentzündungen und Blutgerinnsel entdeckt, was zu neuen, lebensrettenden Behandlungsansätzen auf Intensivstationen führte. Er ist Direktor des Instituts für Rechtsmedizin des Frankfurter Universitätsklinikums und betreibt auch einen True-Crime-Podcast.

Gegenseitiges Verständnis zwischen juristischer Praxis und klinikscher Behandlung

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen und mit den Referenten zu diskutieren. Zu den Gästen zählten Rechtsanwält/-innen, Vertreter/-innen von Staatsanwaltschaften, Richter/-innen sowie Psycholog/-innen und Psychiater/-innen verschiedener Vitos Kliniken. Zum Abschluss informierte Dr. Sven Krimmer über die aktuellen Entwicklungen der Klinik und führte die Besucher/-innen durch den im vergangenen Jahr eröffneten Neubau. „In den Vorträgen und Diskussionen geht es nicht nur um Themen, die den Maßregelvollzug betreffen“, erklärte Dr. Krimmer. „Gerade diese interdisziplinären Gespräche machen unsere Frühjahrstagung so interessant, so dass einige der Teilnehmer schon zum vierten Mal dabei waren und immer wieder Neues erfahren.“

Karina Franz, Justiziarin von Vitos Haina, organisiert die juristische Frühjahrstagung gemeinsam mit Dr. Sven Krimmer. „Ziel unserer Tagung ist auch die Förderung des gegenseitigen Verständnisses zwischen juristischer Praxis und klinischer Behandlung“ sagte sie.

Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina ist zentrale Aufnahmeeinrichtung für alle psychisch kranken Rechtsbrecher in Hessen und die älteste hessische Maßregelvollzugseinrichtung. Zu vielen der Teilnehmenden besteht deshalb regelmäßiger Kontakt. Im deutschen Strafrecht regelt Paragraph 63 des Strafgesetzbuchs die Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus. Gerichte ordnen sie an, wenn eine Person eine Tat im Zustand der Schuldunfähigkeit oder verminderten Schuldfähigkeit begangen hat. Im Vordergrund steht die therapeutische Behandlung.

 

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