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Pfefferminzöl und Wassermelone gegen die Hitze

Datum:
Fachbereich:
Erwachsenenpsychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Nordhessen gGmbh

Die aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad macht vor allem älteren Menschen zu schaffen, zudem sind sie besonders gefährdet. „Genau deshalb reichen allgemeine Sommertipps allein bei ihnen oft nicht aus“, sagt Dr. Rainer Holzbach, Klinikdirektor der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bad Emstal und Melsungen.

© Vitos Nordhessen

Die aktuelle Hitzewelle mit Temperaturen bis zu 40 Grad macht vor allem älteren Menschen zu schaffen, zudem sind sie besonders gefährdet. „Genau deshalb reichen allgemeine Sommertipps allein bei ihnen oft nicht aus“, sagt Dr. Rainer Holzbach, Klinikdirektor der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bad Emstal und Melsungen. Chronische Erkrankungen oder Medikamente könnten die Hitzebelastung noch deutlich verschärfen. Auf der gerontopsychiatrischen Station der Klinik haben die Mitarbeitenden deshalb derzeit einen besonderen Blick auf die Patient/-innen.  

Ob Wasser, Säfte, Tee oder Kaffee: Auf der Station 4.2b der Bad Emstaler Klinik stehen verschiedenste Getränke gut sichtbar bereit. Um den Überblick zu behalten, wer wie viel trinkt, führen Stationsleiterin Sina Wolf und ihre Kolleg/-innen ein Trinkprotokoll für die Patientinnen und Patienten.  Aktiv bieten sie immer wieder Getränke an, motivieren zum Trinken. Ein Tipp von Wolf: „Wir geben Getränke gerne mit Strohhalm. Damit nimmt man eine größere Trinkmenge auf als beim Nippen.“ Eine besondere Herausforderung sind Demenzerkrankte. „Sie bemerken Durst, Überhitzung oder körperliche Beschwerden häufig nicht zuverlässig, vergessen zu trinken oder können ihre Beschwerden nicht gut mitteilen“, sagt Holzbach.  

An heißen Tagen verteilen die Kolleginnen und Kollegen in der Gerontopsychiatrie außerdem gern auch wasserhaltiges Obst oder Gemüse, beispielsweise Wassermelone. Schon am Morgen werden zudem die Rollläden an den Fenstern heruntergefahren, damit sich die Patientenzimmer nicht zu sehr aufheizen. Ein gern genutztes Mittel auf der Station: Pfefferminzöl. „Trägt man das auf Pulsstellen wie am Handgelenk oder der Schläfe auf, kühlt es den Körper etwas herunter“, erklärt Sina Wolf. Auch feuchte Handtücher im Nacken helfen dabei.

Zu wenig getrunken: Das sind die Warnsignale

Wenn ältere Menschen bei großer Hitze zu wenig trinken, treten zunächst eher unspezifische Beschwerden auf, beispielsweise ein trockener Mund, Müdigkeit, Schwindel oder Kreislaufprobleme, so Dr. Holzbach. „Wird der Flüssigkeitsmangel stärker, können Verwirrtheit, zunehmende Mattigkeit, Übelkeit, Hitzeerschöpfung bis hin zum Kollaps auftreten. Bei älteren Menschen mit Demenz ist besonders relevant, dass Dehydratation unter anderem Verwirrtheit verstärken kann.“ Im schlimmsten Fall kann das zum Delir führen, einem plötzlich auftretenden, akuten Verwirrtheitszustand.  Zusätzlich könnten Nierenprobleme entstehen. „Weniger Flüssigkeit bedeutet weniger Durchblutung der Nieren. Dadurch steigt das Risiko für eine akute Nierenschädigung.“ 

Wie man den Körper während der Hitzephase zusätzlich abkühlen kann

Möglichst kühle Räume, Verschattung, Lüften in den frühen Morgenstunden oder nachts, das Meiden der Mittagshitze, leichte, luftige und helle Kleidung seien ebenfalls hilfreich, um die Hitzebelastung zu senken, betont der Klinikdirektor. Und: „Für die unmittelbare Körperkühlung sind kühle oder lauwarme Duschen, Arm- und Fußbäder, feuchte Umschläge, Kompressen oder ein Wasserzerstäuber wirksam. Besonders bei älteren Menschen sind solche äußerlichen Wasseranwendungen sinnvoll, weil die körpereigene Wärmeabgabe im Alter oft weniger gut funktioniert. Wichtig ist nur, nicht zu kalt zu kühlen, weil das Kreislaufprobleme auslösen kann.“ 

 

Hintergrund

Auf der gerontopsychiatrischen Station der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Bad Emstal gibt es 20 Betten. Behandelt werden dort ausschließlich Patientinnen und Patienten mit Demenzerkrankungen.  

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