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Vitos investiert in nächsten drei Jahren mehr als 75 Millionen Euro in Haina

Datum:
Fachbereich:
Fachbereichsübergreifend
Gesellschaft:
Vitos Haina gGmbH

Bauarbeiten auf dem Hainaer Campus beginnen im Oktober 2022

© Visualisierung: GSP Gerlach Schneider Partner Architekten
Vitos Haina errichtet in den nächsten drei Jahren im Hoher-Lohr-Weg einen Ersatzneubau für die Klinik für forensische Psychiatrie. Das neue Gebäude mit sieben Stationen wird das bestmögliche Therapieumfeld für psychisch kranke Straftäter bieten.

Drei Jahre nach Vorstellung der strategisch-baulichen Zielplanung beginnen auf dem Campus von Vitos Haina die Arbeiten zur Errichtung eines Ersatzneubaus für die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina. Und auch die Planung der zweiten großen Baumaßnahme, der Neubau für die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychiatrie, ist weitgehend abgeschlossen. Der Bauantrag wurde inzwischen eingereicht. Nach Genehmigung sollen die Arbeiten im Frühjahr 2023 starten. Die Details der beiden Bauvorhaben mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von mehr als 75 Millionen Euro präsentierte Geschäftsführer Matthias Müller im Rahmen einer öffentlichen Infomesse im Rosengarten.

„Im Sport würden wir von Halbzeit sprechen. Mehr als drei Jahre lang haben wir geplant, unsere Ideen abgestimmt und die die eigentlichen Bauarbeiten vorbereitet. Jetzt fahren die Bagger vor“, erklärt der Geschäftsführer von Vitos Haina. „Wir werden drei weitere Jahre benötigen, bis beide Neubauten bezugsfertig sind.“

Weitere Optimierung der Behandlungsqualität

Dankbar sei er über die konstruktive Unterstützung während der Planungsphase, denn weder ein Neubau für eine forensische Klinik noch ein Neubau für eine moderne Erwachsenenpsychiatrie seien Vorhaben von der Stange. „Ob die Gemeinde Haina mit Bürgermeister Alexander Köhler, die Behörden des Landkreises Waldeck-Frankenberg oder das Hessische Ministerium für Soziales und Integration, das Fachaufsicht für den Maßregelvollzug ist – alle haben einen maßgeblichen Anteil zur Realisierung beigetragen“, sagt Müller. „Herauszuheben sind die Kolleginnen und Kollegen von Vitos Haina, die sich im Zuge der Planung intensiv eingebracht haben. Und dies neben ihrer eigentlichen Aufgabe: der bestmöglichen Behandlung psychisch kranker Menschen.“ Denn deren weitere Optimierung sei der Hintergrund der Maßnahmen. Sowohl in der forensischen Psychiatrie als auch in der Erwachsenenpsychiatrie würden die Neubauten Strukturen bieten, um noch personenzentrierter und individueller agieren zu können.

Ersatzneubau für den Maßregelvollzug

© Visualisierung: GSP Gerlach Schneider Partner Architekten

Während die Finanzierungszusage des Landes Hessen für den Ersatzneubau der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina vorliegt, steht die Genehmigung des Bauantrages noch aus. Doch da bereits eine Teilbaugenehmigung erteilt wurde, beginnen spätestens Anfang Oktober die eigentlichen Arbeiten.

Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina mit ihrem Standort in Gießen ist mit insgesamt 415 Behandlungsplätzen die größte Maßregelvollzugseinrichtung in Hessen. In Haina sind die Stationen aktuell auf mehrere Gebäude verteilt, die zum Großteil unter Denkmalschutz stehen. Die Struktur mit zum Teil Drei- oder sogar Vier-Bett-Zimmern entspricht nicht den heutigen Unterbringungsanforderungen. Wenig funktionale Stationsräume verhindern die optimale Gestaltung der Abläufe.

„In den nächsten drei Jahren wird eines der modernsten Klinikgebäude Deutschlands für die Behandlung psychisch kranker Straftäter entstehen“, verspricht Müller. „Wir schaffen in dem neuen Gebäude ein Therapieumfeld, von dem die Patientinnen und Patienten deutlich profitieren werden.“

Aktuell werden am Standort Haina mehr als 230 psychisch kranke Menschen, die eine Straftat begangen haben, behandelt. Das Raumkonzept des Neubaus sieht sieben Stationen mit jeweils 18 Betten und Funktionsreserven vor. In Summe sind dies rund 150 Behandlungsplätze. Hinzu kommen Räume für Therapieangebote.

Die Nutzfläche des Neubaus beträgt rund 7.000 Quadratmeter. Die Planungen sehen eine Bruttogeschossfläche, ohne Freianlagen, von mehr als 11.000 Quadratmetern vor. Der Bau ist fünfstöckig mit nach vorne liegender einstöckiger Sicherheitszentrale und Sporthalle. „In die Planung ist der Denkmalschutz eingebunden. Der moderne Neubau mit klaren Formen wird sich harmonisch an den Altbestand anfügen“, sagt Müller.

Der wird nach dem Bezug des Neubaus in Teilen stillgelegt. Um auf Belegungsspitzen reagieren zu können, soll ein Gebäude mit zwei Stationen als Notfallreserve vorgehalten werden. Eine Erweiterung der Behandlungskapazitäten ist nicht geplant. „Limitierender Faktor für eine mögliche Nutzung ist das Personal“, erläutert der Geschäftsführer.

Bereits Anfang des Jahres hatte Vitos – in Abstimmung mit den Genehmigungsbehörden – mit der Vorbereitung des Baufeldes im Hoher-Lohr-Weg begonnen. Unter anderem wurde das vom Finanz- und Rechnungswesen genutzte Gebäude abgerissen. Da nun die Teilbaugenehmigung vorliegt, beginnen spätestens Anfang Oktober die eigentlichen Erdarbeiten. Ein Teil der Erde wird später wieder verbaut, der Großteil muss jedoch entsorgt werden - so sehen es die Auflagen der Genehmigungsbehörden vor. „In Anbetracht des Volumens ist deshalb in den nächsten Wochen mit erheblichem Baustellenverkehr zu rechnen“, kündigt der Geschäftsführer an.

Neubau für die Erwachsenenpsychiatrie

© Visualisierung: WRL Architekten

Voraussichtlich im Frühjahr 2023 beginnen die Bauarbeiten für die neue Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie. Der Bezug ist für Ende 2024 geplant. Da die Detailplanung abgeschlossen und der Bauantrag eingereicht ist, können die Arbeiten direkt nach Genehmigung beginnen.

Die neue Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie gliedert sich in zwei Einheiten: In Haus eins und dem Neubau wird die Akutpsychiatrie mit Akutstation, den Stationen für sucht- und abhängigkeitserkrankte sowie für intelligenzgeminderte Patient/-innen und die Gerontopsychiatrie organisiert. Der Neubau – in Richtung Königsteich gelegen – schließt direkt an Haus eins an.  

Nach Bezug folgt die Grundsanierung von Haus zwei, das nach Abschluss der Arbeiten als psychotherapeutisches und psychosomatisches Zentrum betrieben werden soll. Es wird keine eigenständige psychosomatische Klinik geben. Stattdessen werden Psychotherapie und Psychosomatik auf zwei Stationen verzahnt. „Mit der Detailplanung der Grundsanierung von Haus zwei soll noch in diesem Jahr begonnen werden“, kündigt der Geschäftsführer an.

 

Ökologie und Nachhaltigkeit

„Baumaßnahmen in dieser Größenordnung sind stets mit Eingriffen in die Natur verbunden“, sagt Geschäftsführer Müller. „In unserem Leitbild ist verankert, dass wir nachhaltig und ressourcenschonend handeln. Und diesem Grundsatz fühlen wir uns auch bei den Neubauten verpflichtet.“

Vitos hat ein insgesamt 60 Maßnahmen umfassendes Umweltkonzept vereinbart - von der Mülltrennung bis zur Nutzung erneuerbarer Energien. Auf diese setzt Vitos Haina bereits seit mehr als 20 Jahren, da die Wärmeversorgung auf dem Campus über eine Holzhackschnitzelanlage realisiert wird. Neben der grundlegenden Optimierung der Wärmeversorgung soll künftig auch grüner Strom erzeugt werden. In Richtung Herbelhausen soll eine Freiflächenphotovoltaikanlage errichtet werden. „Unser Ziel ist es, den Einsatz fossiler Energien größtmöglich zu reduzieren.“

Im Zuge der Genehmigung der Bauanträge werden diverse Ausgleichsmaßnahmen für die Eingriffe in die Natur festgeschrieben. In diesem Kontext ist unter anderem die Neuanlage der Streuobstwiese geplant, darüber hinaus sind auch Flächenstilllegungen vereinbart.

Hintergrund

Vitos Haina

Vitos Haina ist mit rund 1.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Nordhessen. In den Kliniken und Einrichtungen werden psychisch kranke Erwachsene behandelt und betreut. Das Unternehmen gliedert sich in vier Betriebsstätten: die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina, die Vitos forensisch-psychiatrische Ambulanz Hessen, die Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie und die Vitos begleitenden psychiatrischen Dienste Haina. Vitos Haina agiert an insgesamt zehn Standorten: von Bad Emstal und Guxhagen in Nordhessen über die großen Standorte Haina und Gießen bis nach Wiesbaden. Der Umsatzerlös 2021 betrug 95,2 Millionen Euro. Geleitet wird die gemeinnützige GmbH von Geschäftsführer Matthias Müller. Die Gesellschaft, deren Eigentümer Vitos und der Landeswohlfahrtsverband Hessen sind, fußt auf der Stiftung des „Hohen Hospitals“ im Jahre 1533, gegründet durch Landgraf Philipp den Großmütigen. Seitdem besteht Vitos Haina kontinuierlich als psychiatrische Einrichtung.

 

Hintergrund: Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina

Das Land Hessen hat die Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie mit dem Maßregelvollzug beauftragt. Die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Haina ist die größte Maßregelvollzugseinrichtung in Hessen. Aktuell werden an den Standorten Haina und Gießen rund 415 Patientinnen und Patienten therapiert. Dabei handelt es sich um erwachsene Straftäter, die aufgrund einer psychischen Erkrankung von Gerichten nicht zu einer Haftstrafe in einer Justizvollzugsanstalt verurteilt, sondern nach § 63 Strafgesetzbuch (StGB) in einer Klinik für forensische Psychiatrie untergebracht wurden. Kernauftrag der Klinik ist neben der Sicherung der Straftäter die Besserung, also die Behandlung der Rechtsbrecher. Grundlage der sogenannten Sicherung und Besserung der psychisch gestörten Rechtsbrecher ist unter anderem das Hessische Maßregelvollzugsgesetz.

 

Hintergrund: Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina

In der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Haina behandeln multiprofessionelle Teams auf sieben Schwerpunktstationen alle im Erwachsenenalter auftretenden psychiatrischen Krankheitsbilder. Die Klinik verfügt über 112 Betten. Die angegliederten psychiatrischen Ambulanzen in Haina, Bad Wildungen, Frankenberg und Korbach ermöglichen den Patientinnen und Patienten ambulante Diagnostik und Behandlung sowie betreuende Nachsorge. Psychiatrische Tageskliniken betreibt Vitos in Bad Wildungen und Korbach. Vitos Behandlung Zuhause Frankenberg und Korbach organisiert für psychisch kranke Erwachsene eine stationsäquivalente Behandlung (StäB) in den eigenen vier Wänden.

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