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Zwischen Chancen und Risiken: Wie Eltern ihre Kinder im digitalen Alltag begleiten können

Datum:
Fachbereich:
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Südhessen gGmbH

Smartphones, soziale Medien und digitale Plattformen sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig stehen viele Eltern vor der Frage, wie sie ihre Kinder in der digitalen Welt gut begleiten können. Welche Risiken bestehen – und welche Chancen? Antworten darauf standen im Mittelpunkt des 15. Fachsymposiums der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Riedstadt.

Expertinnen aus Klinik, Forschung und digitaler Gesundheit beim Symposium zur Mediennutzung und psychischen Gesundheit junger Menschen (v.l.n.r.): Laura Kuhlmann, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Gesellschaft für digitale Gesundheit (GDG), Thilo Ast und Dr. Annette Duve, Klinikdirektion der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Riedstadt, sowie M. Sc. Ira Katharina Petras, Klinische Psychologin und Leitung der AG Digitale Medizin, Uniklinik Aachen.

Riedstadt, 30. April 2026 – Smartphones, soziale Medien und digitale Plattformen sind aus dem Alltag von Kindern und Jugendlichen nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig stehen viele Eltern vor der Frage, wie sie ihre Kinder in der digitalen Welt gut begleiten können. Welche Risiken bestehen – und welche Chancen? Antworten darauf standen im Mittelpunkt des 15. Fachsymposiums der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Riedstadt.

„Die digitale Welt ist Teil der Lebensrealität junger Menschen“, erklärt Thilo Ast, Klinikdirektor der Vitos Kinder- und Jugendklinik für psychische Gesundheit Riedstadt. „Deshalb geht es nicht darum, digitale Medien grundsätzlich zu verbieten, sondern Kinder und Jugendliche dabei zu unterstützen, verantwortungsvoll und reflektiert damit umzugehen.“

Im Rahmen des 15. Fachsymposiums der Klinik diskutierten Fachleute aus Medizin, Psychologie und Therapie aktuelle Erkenntnisse zu den Auswirkungen digitaler Medien auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Deutlich wurde: Digitale Medien können sowohl bereichernd als auch belastend wirken. Entscheidend sei nicht allein die Nutzungsdauer, sondern vor allem die Art der Inhalte, die emotionale Wirkung sowie die Funktion, die Medien im Alltag junger Menschen einnehmen.


Medienkompetenz statt Alarmismus
Ein zentrales Anliegen der Expert/-innen war die Förderung von Medienkompetenz. Ziel sei es, Kinder und Jugendliche zu befähigen, digitale Inhalte kritisch einzuordnen, Risiken zu erkennen und eigene Grenzen wahrzunehmen. Pauschale Verbote oder reine Kontrolle führten aus Sicht der Fachleute häufig nicht zum Ziel.

„Wichtig ist der Dialog“, so Klinikdirektor Thilo Ast. „Eltern müssen keine Technikexpertinnen oder ‑experten sein. Interesse am digitalen Alltag der Kinder, klare Regeln und Gespräche über belastende Inhalte leisten einen entscheidenden Beitrag.“ Dabei spielen Eltern und andere Bezugspersonen eine Schlüsselrolle. Vorbildverhalten, gemeinsame Absprachen und das Ernstnehmen von Sorgen und Erlebnissen im Netz stärken Vertrauen und Sicherheit.


Digitale Unterstützung als Ergänzung zur persönlichen Behandlung
Das Symposium machte deutlich, dass Digitalisierung auch neue Möglichkeiten eröffnet, Familien frühzeitig zu informieren und zu unterstützen. In diesem Kontext wurde auch die Plattform HeyCuramenta vorgestellt. Diese wird von der Gemeinnützigen Gesellschaft für digitale Gesundheit (GDG) betrieben, an der neben der Vitos gGmbH auch andere Träger psychiatrischer Einrichtungen beteiligt sind.
 

Mit der öffentlich zugänglichen Plattform https://hey-curamenta.de [hey-curamenta.de] steht Kindern, Jugendlichen und Eltern eine niedrigschwellige Anlaufstelle zur Verfügung, die Orientierung bietet und verständlich über psychische Gesundheit informiert. Neben allgemeinen Informationen finden sich dort Inhalte zum Umgang mit Belastungen, zu Mediennutzung und digitalen Risiken sowie Hinweise auf Hilfs‑ und Beratungsangebote. Ein besonderer Fokus liegt darauf, junge Menschen altersgerecht anzusprechen und Eltern dabei zu unterstützen, Gespräche über Gefühle, Sorgen und digitale Erfahrungen zu führen.

Ergänzend kann zukünftig im Rahmen einer Behandlung eine digitale Anwendung genutzt werden, die psychoedukative Inhalte, Übungen und Möglichkeiten zur Selbstreflexion bereithält. Ziel ist es, Therapie sinnvoll digital zu begleiten, die Gesundheitskompetenz zu stärken und Familien auch zwischen persönlichen Terminen zu unterstützen. „Digitale Angebote ersetzen keine persönliche Behandlung“, betont Ast. „Sie können aber helfen, Hürden abzubauen, Wissen zugänglich zu machen und Kinder sowie Eltern im Alltag besser zu erreichen.“

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