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Präventives Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ klärt Schüler über psychische Probleme und Hilfen auf

Datum:
Fachbereich:
Kinder- und Jugendpsychiatrie
Gesellschaft:
Vitos GmbH

Immer mehr Kinder und Jugendliche leiden unter psychischen Problemen, die zunehmend häufiger in seelische Erkrankungen münden und schlimmstenfalls in einem Amoklauf enden können. Um seelische Störungen und Erkrankungen früh zu erkennen oder zu verhindern, muss vor allem in der Schule informiert und aufgeklärt werden. Mit diesem Ziel startete die Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Kassel Ende 2007 nordhessenweit erstmalig das Präventionsprojekt „Verrückt? Na und!“ in Schulen. Das wissenschaftlich evaluierte Projekt ist für Schulen kostenlos und findet in Kooperation mit dem Leipziger Verein „Irrsinnig Menschlich“ statt. Das Projekt wird von der EU und der AKTION MENSCH gefördert. Im Jahre 2008 führte die Klinik 30 dieser Schulprojekte in nordhessischen Schulen durch. 750 Schüler und 38 Lehrer haben bisher daran teilgenommen.

Ärztlicher Direktor Dr. Günter Paul mit Mitarbeitern des Schulprojekt-Teams Regina Meyer, Jürgen Hilger und Margot Gorissen, Foto: Ralf Heinemann

Mit dem Schulprojekt „Verrückt? Na und!“ sensibilisieren zwei Mitarbeiter (Moderator und eine Person, die psychisch erkrankte) die Schüler für seelische Probleme und entsprechende Hilfen. Die Schüler werden ermutigt, über seelische Probleme zu sprechen, Ängste abzubauen und Verständnis zu zeigen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Dieses eintägige Projekt für Schüler ab 15 Jahren und Lehrer hat sich als sehr wirksam erwiesen. Dazu tragen ganz erheblich die Erzählungen des psychisch erkrankten Projektmitarbeiters bei. „Wir stellen am Ende des Projekttages fest, dass sich die Einstellung der Schüler hinsichtlich psychischer Probleme verändert, dass sich in ihren Köpfen etwas bewegt hat. Wir können mit unserer Präventionsarbeit selbstverständlich nicht garantieren, dass wir einen Amoklauf verhindern. Aber wir können Schülern vermitteln, dass es hilft, über psychische Probleme zu reden, sich zu öffnen, dass es professionelle Hilfe gibt und dass eine psychische Erkrankung keine Schande ist“, so der Ärztliche Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Kassel, Dr. Günter Paul. Das Schulprojekt "Verrückt? Na und!" wird weiterhin allen Schulen in Hessen kostenfrei angeboten. Es ist ein wichtiger Baustein der gesamten Aufklärungskampagne der Klinik. Die nächste Aktion, um Jugendliche zu erreichen, ist das Filmfestival „Verrückt nach Leben“, das die Klinik gemeinsam mit Partnern der psychiatrischen Versorgung vom 18. – 24. Juni dieses Jahres in Kassel veranstaltet. Im Bali-Kino und im Filmladen werden vier nationale und internationale Dokumentar- und Spielfilme sowie Kurzfilme zu sehen sein, die sich insbesondere an Jugendliche richten. Die Filme beschäftigen sich u. a. mit den Themen: Selbstverletzendes Verhalten, Kinder psychisch kranker Eltern und Pubertät als Aufbruch in eine neue Zeit. Alle Filme werden durch die Festival-Veranstalter betreut. Nach jedem Film wird im Foyer eine Besprechung und Diskussionsmöglichkeit angeboten.Die Mehrzahl der psychischen Störungen manifestiert sich in der Kindheit und Jugend. 12 bis 20 % der Kinder und Jugendlichen in Deutschland sind psychisch auffällig, 7 bis 13% zeigen beratungsbedürftige Auffälligkeiten und 5 % brauchen dringend fachkundige Hilfe.

Ansprechpartner für interessierte Schulen sind Dr. Günter Paul, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie Kassel (guenter.paul(at)vitos-kurhessen.de), Margot Gorissen (margot.gorissen(at)vitos-kurhessen.de) und Regina Meyer (regina.meyer(at)vitos-kurhessen.de) Tel: 0561/31006-0

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