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Datum:
Fachbereich:
Erwachsenenpsychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Gießen-Marburg gGmbH

Vitos Gießen-Marburg integriert umfassendes Teletherapiekonzept in die psychiatrisch-psychotherapeutische Behandlung

Teletherapie Vitos Gießen-Marburg Prof. Dr. Michael Franz

Gießen-Marburg, 22. April 2020. Um Menschen mit einer psychischen Erkrankung erfolgreich therapieren zu können, braucht es vor allem eines: Kontakt. Doch gerade der persönliche Kontakt unterliegt in Zeiten der Covid-19-Pandemie strengen Regeln. Deshalb hat das Vitos Klinikum Gießen-Marburg ein neues, umfassendes Behandlungsangebot etabliert: die Teletherapie (Telemedizinisches Konzept Psychiatrie und Psychotherapie).

Ein Vorläuferkonzept, auf das sich das Team um Prof. Dr. Michael Franz, Ärztlicher Direktor am Vitos Klinikum Gießen-Marburg, bei der Entwicklung des neuen Angebots hätte stützen können, gab es bundesweit nicht. So entstand in kürzester Zeit ein Vitos-eigenes Konzept. „Therapieangebot, Abläufe und Kontaktgestaltung der Teletherapie sind angelehnt an die Abläufe auf einer realen Station, allerdings virtuell, mittels Telefon oder Videokonferenz“, sagt Prof. Dr. Franz. Die ersten Patienten werden an den Standorten Gießen und Marburg bereits mittels Teletherapie behandelt.

Individueller Wochenplan

Die Patienten erhalten dabei nicht nur therapeutische Einzelgespräche. An den Videosprechstunden können mehrere Personen teilnehmen, sodass auch Visiten und Besprechungen bis hin zu kleineren Gruppenangeboten möglich sind. Angebote wie Ergo- und Bewegungstherapie sowie ein psychotherapeutisches Gruppenprogramm werden sukzessive integriert – etwa mit Hilfe von Videoclips. Gespräche mit anderen Berufsgruppen wie der Pflege oder dem Sozialdienst sind ebenfalls fester Bestandteil des Wochenplans, der auf jeden Patienten individuell abgestimmt ist. Die Supervision erfolgt durch die Entwickler des Konzepts, Dr. Sara Lucke und oberärztlich Dr Johannes Krautheim.

Voraussetzung für eine Teilnahme an der Teletherapie ist, dass die Patienten zuverlässig mitarbeiten können – darauf kommt es noch stärker an als auf die Art der Diagnose. „Gut behandelbar sind zum Beispiel Depressionen, Angst- und Zwangsstörungen, Borderline- oder Traumafolgestörungen, Persönlichkeits- und somatoforme Störungen“, erläutert der Ärztliche Direktor.

Aufnahme kann über die Ambulanz erfolgen

In das teletherapeutische Konzept aufgenommen werden können Patienten über die Ambulanzen der Vitos-Kliniken in Gießen und Marburg  oder über niedergelassene Ärzte und Psychotherapeuten. In der Klinik werden sie dann zeitnah zu einem Telefonscreening vermittelt. Hier wird in einem ersten Gespräch abgewogen, welche Form der Therapie sinnvoll ist. Nur ein einziger realer Kontakt ist bei der Aufnahme in die Teletherapie notwendig – angelehnt an das Konzept des „blended care“ (Integration von Online-Interventionen in die reguläre Psychotherapie), das zur Zeit als Goldstandard gilt. Hier erfolgen dann auch die erforderlichen körperlichen Untersuchungen. Danach wird die Therapie rein virtuell fortgesetzt, kann aber natürlich bei Krisen intensiviert werden.

Telemedizin auch nach der Krise

Die Teletherapie soll bei Vitos Gießen-Marburg dauerhaft Bestandteil des therapeutischen Angebots werden – auch nach der Pandemie. In der nächsten Zeit wird der Klinikbetrieb  wieder erste Schritte in Richtung Normalität machen. Bis die Patientenzahlen aus der Vor-Corona-Zeit wieder vor Ort in Gießen und Marburg behandelt werden können, wird es aber noch dauern. Hier kann die Teletherapie eine wichtige Brücke schlagen, um mehr Menschen zu helfen, die unter psychischen Belastungen leiden. „Wir können damit eine sich krisenhaft zuspitzende Situation erkennen und ihr begegnen, bevor sie zu einem Brandherd wird“, so Prof. Dr. Franz. „Wir lassen die Menschen nicht allein.“

Betrachtet man die fachliche Seite, haben Anwendungsbereiche, Verfügbarkeit und Evidenzbasierung von Online- beziehungsweise Teletherapie im internationalen Kontext schon vor der Krise stetig zugenommen, da bislang unerreichte Patienten mit diesem Format erreicht werden können, sagt der Ärztliche Direktor. „Die Frage war nicht, ob es irgendwann eine umfassende Teletherapie geben würde, sondern wann und wo. Jetzt haben wir damit angefangen und werden zu einem sehr frühen Zeitpunkt dieser Entwicklung mit einem ausgearbeiteten Konzept über erprobte Erfahrungswerte verfügen.“

Mehr über Vitos Behandlung Zuhause Gießen-Marburg (Teletherapie)

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF zum Download.

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