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Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie führen Video-Besuche ein

Datum:
Fachbereich:
Forensische Psychiatrie
Gesellschaft:
Vitos GmbH

Patienten sollen zusätzliche, digitale Kontaktmöglichkeit dauerhaft nutzen können.

© Vitos
Christoph Ziegler leitet den Pflege- und Erziehungsdienst der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie (KFP) Bad Emstal und hat dort die Einführung der Video-Besuche begleitet.

Kassel, 4. Dezember 2020 – In Zeiten des Coronavirus gilt es, Kontakte möglichst einzuschränken, um das Risiko einer Ansteckung zu mindern. Für die Patienten der Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie (KFP) bedeutet das seit Ausbruch der Pandemie: weitgehender Verzicht auf Besuche und Beurlaubungen. Damit sie trotzdem den Kontakt zu Angehörigen und Freunden pflegen können, haben die Kliniken nun Video-Besuche eingeführt. Sie sind seit kurzem in allen fünf hessischen Maßregelvollzugskliniken möglich.

„Wir erleben die Pandemie als Treiber für neue, digitale Angebote. Die Video-Besuche im Maßregelvollzug sind eines davon. Unsere Patienten in den Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie sollen sie künftig dauerhaft als zusätzliche Kontaktmöglichkeit nutzen können“, sagt Vitos Geschäftsführer Reinhard Belling.

Dass Kontakte zu Angehörigen und Freunden während des Maßregelvollzugs erhalten bleiben und gepflegt werden können, ist für die Patienten wichtig. Denn Ziel der Behandlung in den Vitos KFP ist die Rehabilitation, also die Wiedereingliederung in die Gesellschaft. „Für die Rehabilitation spielt der soziale Empfangsraum eine große Rolle“, sagt Birgit von Hecker, Ärztliche Direktorin der Vitos KFP Bad Emstal. Seien eine gesicherte Arbeitsstelle, geeigneter Wohnraum und tragfähige persönliche Beziehungen vorhanden, gelinge es den Patienten leichter, sich nach ihrer Entlassung wieder in die Gesellschaft einzugliedern und ein straffreies Leben zu führen. Während der Covid-19-Pandemie müssen die Patienten indes Einschränkungen hinnehmen. So waren Besuche von Angehörigen zeitweise gar nicht oder nur in Trennscheibenzimmern möglich. „Unsere Patienten zeigen für diese Maßnahmen weitgehend Verständnis. Doch je länger die Pandemie dauert, umso schwerer fällt ihnen natürlich der Verzicht auf den persönlichen Kontakt mit ihren Angehörigen“, sagt Birgit von Hecker. 

In einem Pilotprojekt hatte die Vitos KFP Bad Emstal bereits im Juli damit begonnen, Video-Besuche für die ersten Patienten anzubieten. In der Klinik stehen dafür zwei Tablets zur Verfügung, die ausschließlich für diesen Zweck genutzt werden können. Die Patienten können Video-Besuche genau wie reguläre Besuche bei der Klinikleitung beantragen. Mitarbeiter führen mit den Angehörigen vorab ein Gespräch und weisen sie dabei in die Nutzung des Tools und die weiteren Vorgaben ein.  

Während der mehrmonatigen Pilotphase testete die Klinik Software, Handhabung und Rahmenbedingungen. Die Rückmeldungen von Patienten, Angehörigen und Behandlern fielen überwiegend positiv aus. Daraufhin hat Vitos das Angebot flächendeckend für alle Maßregelvollzugskliniken eingeführt.

Hintergrund

Der Maßregelvollzug in Hessen findet in den Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie (KFP) statt. Dort sind psychisch kranke und suchtkranke Menschen, die eine Straftat begangen haben, zur Besserung unter hohen Sicherheitsvorkehrungen untergebracht. Die Vitos KFP behandeln sie mit dem Ziel, nach der Entlassung ein straffreies Leben führen zu können.

Vitos betreibt drei Maßregelvollzugskliniken für psychisch kranke Rechtsbrecher in Haina (inklusive eines zusätzlichen Standorts in Gießen), Eltville und Riedstadt. Für suchtkranke Rechtsbrecher gibt es zwei Kliniken in Hadamar und Bad Emstal. 

Vitos

Die Kernaufgabe von Vitos ist die Diagnostik und Behandlung von Erwachsenen, Kindern und Jugendlichen in psychiatrischen, psychosomatischen und forensisch-psychiatrischen Kliniken. Mit 3.700 Betten/Plätzen ist das Unternehmen in Hessen größter Anbieter für die ambulante, teil- und vollstationäre Behandlung psychisch kranker Menschen.

In den Fachkliniken für Neurologie und Orthopädie behandelt Vitos 47.200 Patient/-innen ambulant und stationär. Für Menschen mit geistiger bzw. seelischer Behinderung, für die psychiatrische Reha und in der Jugendhilfe bietet Vitos 2.500 Plätze.

10.000 Mitarbeiter/-innen erwirtschaften an 114 Standorten in 75 Orten einen jährlichen Gesamtertrag von 700 Mio. Euro. Sie behandeln insgesamt 43.000 Patient/-innen stationär/teilstationär und 175.000 ambulant.

Vitos, das sind in Hessen 20 verbundene Unternehmen, davon 16 gemeinnützig. Sitz der Unternehmenszentrale ist Kassel. Alleingesellschafter ist der Landeswohlfahrtsverband Hessen.

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