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Zehn Jahre Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt

Datum:
Fachbereich:
Forensische Psychiatrie
Gesellschaft:
Vitos Riedstadt gGmbH

Mit den Erfahrungen, Fähigkeiten und dem Einsatz jedes einzelnen Mitarbeiters steht Vitos für soziale Verantwortung. Dies gilt auch – oder gerade insbesondere – für die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt. Sie erfüllt den gesellschaftlichen Auftrag der Besserung, Sicherung und Rehabilitation der Patienten. Vor zehn Jahren – im April 2001 – hat die forensische Klinik in Riedstadt die ersten Patienten aufgenommen.

Sorgte der Bau der Einrichtung noch für weitreichenden Unmut und Verunsicherung in der Riedstädter Bevölkerung, ist die Klinik heute bestens in der Stadt integriert. „Hierzu trägt sicherlich auch bei, dass wir uns selbst auferlegt haben, regelmäßig und transparent über den laufenden Betrieb zu berichten.“, betont Ralf Schulz, Geschäftsführer von Vitos Riedstadt. Auch ist es seit der Eröffnung nicht zu einer befürchteten Häufung von besonderen Vorfällen gekommen. „Wir haben von Anfang an das Thema Sicherheit – sowohl für die Mitarbeiter und die Bevölkerung als auch für die Patienten – immer in den Fokus gestellt.“, erläutert Wolfgang Gunold, seit Eröffnung Krankenpflegedirektor der Vitos Klinik für forensische Psychiatrie Riedstadt. „Im Umgang mit unseren Patient/-innen greifen wir auf erprobte Sicherungskonzepte zurück und unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Deeskalationstrainings teil.“, führt er weiter aus. Zudem wird die Eingangsdiagnostik der Patient/-innen im Rahmen der Behandlung fortlaufend einer Prüfung unterzogen, weiter differenziert und entsprechend bewertet. „Insbesondere bei der Erstellung von Therapieplänen oder Lockerungsvorhaben erfolgen regelmäßige kriminalprognostische Einschätzungen“, führt der Ärztliche Direktor Walter Schmidbauer das Vorgehen aus.

Als Bindeglied zwischen der Klinik und den Bürgerinnen und Bürgern wirkt der Forensikbeirat. Die Mitglieder des Forensikbeirates begleiten die Entwicklung der Klinik seit Beginn an. In regelmäßigen Sitzungen informieren sie sich ehrenamtlich über die aktuelle Situation und treten nach außen als Vermittler auf. In einer weiteren digitalen Sitzung berichtete Walter Schmidbauer heute über die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Klinik und die weiteren Entwicklungen.

 

Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den laufenden Betrieb

Im Rahmen der weiterhin sehr hohen hessischen Infektionszahlen ist die Klinik aufgrund der großen Anzahl von Patient/-innen mit einem besonders hohen Risiko für schwere COVID-19-Erkrankungsverläufe nahezu isoliert. Auf Basis der Impfpriorisierung haben über 70 Prozent der Patientinnen und Patienten zwischenzeitlich ihre Erstimpfung erhalten. Auch etwa 85 Prozent der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der forensischen Klinik erhalten die Zweitimpfung voraussichtlich Mitte Mai.

Weiterhin finden Außenaktivitäten ausschließlich in Personalbegleitung statt. Die Patient/-innen, die eine externe Beschäftigung auf dem 1. Arbeitsmarkt haben, können ihrer Tätigkeit weiter nachgehen. Die bis zur Corona-Pandemie in Werkstätten für behinderte Menschen integrierten Patient/-innen werden momentan in der hausinternen Ergotherapie beschäftigt. Die Werkstattplätze werden jedoch freigehalten.

Auch in den Vitos Kliniken für forensische Psychiatrie gilt es, die Hygieneauflagen zu erfüllen und Kontakte zu reduzieren. Für die Patientinnen und Patienten bedeutet das einen weitgehenden Verzicht auf Besuche und Beurlaubungen. Daher hat die Klinik in 2020 Video-Besuche eingeführt. So können die Patient/-innen trotzdem den Kontakt zu ihren Angehörigen und Freunden halten.

 

Weiterentwicklung der Klinik

Aufgrund des anhaltenden Belegungsanstieges im hessischen Maßregelvollzug hat die Vitos Klinik für forensische Psychiatrie ihre Kapazität – im Rahmen der mit der Stadt Riedstadt vereinbarten Bettenzahl – um zehn Plätze erweitert. Die zusätzlich auf dem Gelände von Vitos Riedstadt geschaffene Station wurde planmäßig am 1. April 2021 in Betrieb genommen. Zwischenzeitlich sind die ersten acht Patienten aus dem Gebäude der forensischen Klinik und aus der forensischen Klinik in Eltville umgezogen. Zwei weitere Patienten werden in den kommenden Wochen folgen. Sämtliche Patientinnen und Patienten, die hier unterkommen werden, haben einen niedrigen Sicherungsbedarf oder sind bewegungseingeschränkt, so dass sie keiner besonderen Außensicherung durch Zaunanlagen bedürfen. Die Station hat Wohnheimcharakter und dient im Wesentlichen der Verselbständigung der Patienten. Das Behandlungskonzept ist auf die Stärkung der Selbstversorgungsfähigkeit der Patienten ausgerichtet.

Der aktuell entstehende Erweiterungsbau mit weiteren drei Stationen und insgesamt 54 Betten ist derzeit noch immer gut im Zeitplan. Momentan findet der Innenausbau mit Fliesen-, Maler- und Bodenbelagsarbeiten statt. Die Fassade ist weitestgehend fertiggestellt und die Außenanlagen im Innenhof können angelegt werden. Lediglich bei einigen Einbaumöbeln kommt es zu Lieferverzögerungen. Nach derzeitigen Erkenntnissen planen alle Beteiligten mit einer Fertigstellung im Herbst dieses Jahres. Der ursprünglich in diesem Zusammenhang angedachte Tag der offenen Tür wird aufgrund der Corona-Pandemie vermutlich nicht wie geplant stattfinden können. Noch wolle man die Idee aber nicht gänzlich begraben und beobachte weiterhin sehr genau die Entwicklungen, so Geschäftsführer Ralf Schulz.

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