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DBT-Tagung bei Vitos: Sozial- und Pflegeberufe vernetzen sich

Datum:
Fachbereich:
Fachbereichsübergreifend
Gesellschaft:
Vitos Gießen-Marburg gGmbH

Therapiekonzept für Borderline-Patient/-innen steht beim Netzwerktreffen in Marburg im Fokus

Gruppenfoto vom DBT-Netzwerktreffen Sozial- und Pflegeberufe Marburg 2022

Rund 100 Mitarbeiter/-innen aus psychiatrischen Kliniken und Einrichtungen im gesamten Bundesgebiet sind bei Vitos in Marburg zum DBT-Netzwerktreffen für Sozial- und Pflegeberufe zusammengekommen. Es ging darum, neue Impulse zu erhalten, voneinander zu lernen, sich auszutauschen und zu vernetzen.

„Akzeptieren, was ich nicht verändern kann, und ändern, was ich ändern kann“ – das ist einer von mehreren Grundsätzen der sogenannten Dialektisch-Behavioralen Therapie (DBT). Die Therapiemethode, die vor allem zur Behandlung von Borderline-Patienten entwickelt wurde, ist hoch wirksam und vielversprechend – auch bei Traumafolgestörungen oder Suchterkrankungen.

Achtsame Grundhaltung

In der praktischen Umsetzung auf Station erfordert sie jedoch Veränderungen im Stationskonzept. Ein wichtiger Punkt ist zum Beispiel die Vermittlung einer achtsamen Grundhaltung, der Selbstreflexion und des Prinzips, nicht wertend zu denken und zu handeln.

Da bei der DBT das gesamte Behandlerteam involviert ist – also nicht nur Ärzt/-innen, Psychotherapeut/-innen, sondern auch Pflege und Sozialdienst – hatte der DBT-Dachverband nun zum Netzwerktreffen für Sozial- und Pflegeberufe geladen. Ausrichter der Veranstaltung, zu der Teilnehmer/-innen aus ganz Deutschland und der Schweiz gekommen waren, war das Vitos Klinikum Gießen-Marburg.

Bei Vitos ist die Umsetzung der DBT im stationären Setting bereits weit fortgeschritten. Sowohl die Klinik für Erwachsenenpsychiatrie in Gießen, als auch die Klinik in Marburg, verfügen über Stationen mit einem umfassenden DBT-Programm. Es gibt Angebote für verschiedene Krankheitsphasen – sowohl für Patient/-innen in akuten Krisen, als auch für gefestigte Personen, die grundlegend an ihren Problemen arbeiten wollen.

Besonderheit: DBT-Peer Coach berät Patient/-innen

Ein weiteres, bundesweit eher seltenes Angebot: Auf der Station für Borderline- und Traumafolgestörungen bei Vitos in Marburg arbeitet eine sogenannte DBT-Peer Coach. Die Mitarbeiterin hat selbst mit Hilfe der DBT an ihrer Borderline-Erkrankung gearbeitet und berät jetzt andere Patient/-innen auf Station. Sie ist zudem wertvolle Vermittlerin zwischen Patient/-innen und Team, da sie die Denkmuster der Betroffenen aus eigener Erfahrung kennt.

Die Resonanz der Teilnehmer/-innen auf den zweitägigen Austausch mit Vorträgen und Workshops war sehr positiv. „Es war für alle Teilnehmer/-innen sehr wichtig zu sehen, wie andere Teams die DBT in der Praxis umsetzen, und an welchen Stellen wir uns austauschen und vernetzen können. Wir haben wertvolle Impulse mitgenommen“, sagt Emanuela Macchia, Leitende Pflegekraft an der Vitos Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Marburg. Weitere Netzwerktreffen sind für das kommende Jahr bereits an anderen Standorten geplant.

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