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Historie

Facetten der Geschichte

Der Kalmenhof wurde 1888 vom „Verein für die Idiotenanstalt zu Idstein“ gegründet. Er bestand aus einer Gruppe engagierter Bürger aus Frankfurt und Umgebung als überkonfessionelle Einrichtung. Ihre Ziele waren,

 

  • geistig behinderten Menschen in der damals noch relativ ländlichen Gemeinde Idstein eine Unterbringung zu ermöglichen und
  • ihnen die Chance zu bieten, einer sinnvollen Tätigkeit nachzugehen und damit zu ihrem Unterhalt einen Beitrag zu leisten.

Bis 1933 galt der Kalmenhof als Reformanstalt. Bereits kurz nach Beginn des NS-Regimes wurde die als Verein geführte Einrichtung gemäß dem „Führerprinzip“ praktisch verstaatlicht. Der Kalmenhof war im Jahr 1941 eine von neun Zwischenanstalten der Tötungsanstalt Hadamar. Im Krankenhaus der Heilerziehungsanstalt Kalmenhof gab es eine sogenannte „Kinderfachabteilung“. Hier ermordeten Ärzte ca. 500 Kinder und Jugendliche mit Überdosen von Medikamenten.

Der Kalmenhof wurde nach 1945 als Behinderten- und Jugendhilfe-Einrichtung vom Landeswohlfahrtsverband Hessen (LWV) weitergeführt (damals noch Sozialfürsorge genannt).

Heute gehört der Kalmenhof zur Vitos Teilhabe gGmbH und er ist eine Einrichtung, deren Fachlichkeit und ressourcenorientierte, wertschätzende Haltung gegenüber den Klienten und Klientinnen in Fachkreisen hohe Anerkennung genießt.

Die bisher von Vitos Haina, Herborn, Bad Emstal, Riedstadt und Weilmünster geführten Heilpädagogischen Einrichtungen (HPE) wurden zum 1. Januar 2016 in der Vitos Kalmenhof gGmbH gebündelt. Unter dem neuen Namen Vitos Teilhabe ist die Behindertenhilfe nun hessenweit tätig.

In Haina, Herborn, Bad Emstal, Riedstadt und Weilmünster sind 1989 und 1990 die Heilpädagogischen Einrichtungen gegründet worden – zunächst in Trägerschaft des LWV. Die HPE wurden zu einer neuen Heimat für geistig behinderte Erwachsene, die zuvor in Abteilungen der psychiatrischen Krankenhäuser lebten. Die Gründung war somit eine wichtige Konsequenz der Psychiatrie-Reform in Hessen: Die HPE betreute die Bewohnerinnen und Bewohner fortan nicht unter medizinischen, sondern unter pädagogischen Gesichtspunkten.

Die Gedenkstätte und eine Dauerausstellung erinnert an die Geschichte der Einrichtung in Idstein.

Gedenkstätte

Das Mahnmal auf dem Veitenmühlberg steht an der Stelle, an der die Opfer der NS-Zeit in Massengräbern verscharrt wurden. Bis in die Gegenwart sind die Opfer nicht exhumiert worden oder ist auch nur ansatzweise das vermutete Gräberfeld eingegrenzt.

Zu erreichen ist das Mahnmal über die Straße Veitenmühlberg. Beim Gang auf den Friedhof der Tötungsanstalt passieren Besucher auch das ehemalige „Krankenhaus“, in dem die meisten Morde begangen wurden. Das in zwei Teile gegliederte Mahnmal befindet sich unweit des Krankenhauses.

Das 1987 errichtete niedrige Mauerwerk bildet einen Dreiviertelkreis und trägt auf seiner Abdeckung die Inschrift: „Zur Erinnerung an die Opfer der Gewaltherrschaft. Mehr als 600 Kinder und Erwachsene aus dem Kalmenhof wurden in den Jahren 1941–1945 ermordet. Viele der Opfer liegen hier begraben. Anzahl und Lage der einzelnen Gräber sind unbekannt.“ Am Ende des sich anschließenden Gräberfeldes steht seit 1984 ein stählernes Mahnkreuz mit der Inschrift „Zur Erinnerung an die Opfer der Verbrechen im Kalmenhof/Idstein während der Zeit des Nationalsozialismus“.

Ausstellung

Der Kalmenhof – Geschichte – Kontinuität – Aktualität

Die Dauerausstellung in der Eingangshalle und im ersten Stock des Verwaltungsgebäudes der Vitos Teilhabe gGmbH wurde 1997 der Öffentlichkeit übergeben. Die Ausstellung (sie thematisiert insbesondere die NS-Zeit) zeigt einen überarbeiteten Ausschnitt der Ausstellung „Erziehbar – Bildbar – Brauchbar“, die 1988 zum 100-jährigen Bestehen des Kalmenhofes erstellt worden war.

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